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Startseite»Nachrichten»Nach Fragen zu Kapitol-Stürmern: Trump bricht Interview wutentbrannt ab
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Nach Fragen zu Kapitol-Stürmern: Trump bricht Interview wutentbrannt ab

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 8, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Nach Fragen zu Kapitol-StürmernTrump bricht Interview wutentbrannt ab

Als es um Entschädigungszahlungen für Kapitol-Stürmer aus Steuergeldern ging, platzte Trump der Kragen. (Foto: picture alliance / AdMedia)

Der US-Präsident nimmt sich 40 Minuten Zeit für ein Interview mit NBC. Trotz heikler Themen geht das lange gut – bis es um geplante Entschädigungen für Kapitol-Stürmer geht. Da beginnt Trump, mit zahlreichen unbelegten Behauptungen um sich zu werfen. Bis er aufsteht und geht.

US-Präsident Donald Trump hat wegen kritischer Fragen einer Journalistin wutentbrannt ein Interview mit dem Sender NBC abgebrochen. „Sie sind ein voreingenommener, unaufrichtiger Sender. Tut mir leid. Lasst uns aufhören, denn ich habe genug. Vielen Dank, Darling“, sagte Trump zu der Gastgeberin der NBC-Sendung „Meet the Press“, Kristen Welker, nachdem sie ihn in dem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit seinen wahrheitswidrigen Behauptungen konfrontiert hatte, die von ihm verlorene Präsidentschaftswahl 2020 sei manipuliert gewesen.

Das Interview war am Samstag auf einem Bauernhof in US-Bundesstaat Wisconsin aufgezeichnet worden, wo sich Trump mit Landwirten getroffen hatte. Als Kulisse dienten ein Traktor und Heuballen. Trump ließ sich zunächst nicht von dem auf das Dach prasselnden Regen aus der Ruhe bringen, der die Tonaufnahme schwierig gestaltete. Als Welker ihre Crew fragte, ob sie die Aufnahmen stoppen sollten, sagte Trump: „Nein, die Leute werden das schon verstehen, wir sind auf einer Farm.“

Auf zahlreiche Fragen, etwa zum Iran-Krieg, zu Atomwaffen und zu seinem Wahlkampfversprechen, die USA nicht in ausländische Kriege zu verwickeln, antwortete der Präsident noch halbwegs geduldig. Er wurde jedoch ärgerlicher, als es um den von ihm vorgeschlagenen Entschädigungsfonds ging, der Menschen zugutekommen sollte, die seiner Meinung nach unter seinem demokratischen Vorgänger Joe Biden zu Unrecht verfolgt wurden. Besonders im Fokus stehen dabei Menschen, die am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington stürmten. „Ich liebe diese Idee, denn Leute wie Sie, die schmutzige Falschmeldungs-Presse, die unaufrichtige Presse, Leute wie der dumme Biden (…), sie haben Leute zerstört“, sagte Trump.

Auf die Nachfrage, ob Menschen, die etwa Polizisten attackiert hätten, Steuergeld erhalten sollte, ging Trump nicht ein. Stattdessen behauptete er, dass etwa korrupte Polizisten und FBI-Agenten Menschen ins Kapitol geschleust hätten, wofür es keinerlei Belege gibt. Er nannte etwa James Comey, den ehemaligen FBI-Chef, gegen den Trump in seiner zweiten Präsidentschaft juristisch vorzugehen versuchte. Comey war allerdings schon 2017 von Trump entlassen worden. Angeblich wegen fehlender Effektivität. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass seine Ermittlungen um eine mögliche Einmischung Russlands zugunsten Trumps in den US-Wahlkampf der ausschlaggebende Punkt waren. Was Comeys Rolle beim Kapitol-Sturm 2021 gewesen sein sollte, ist völlig unklar.

Trump nimmt Kapitol-Stürmer vollends in Schutz

Welker versuchte Trump immer wieder zu bremsen und verwies darauf, dass er für seine Behauptungen nie Beweise vorgelegt habe. Das betrifft auch die Aussage Trumps, die Leben vieler Menschen seien zerstört worden. Sie hätten ihre Jobs und ihre Familien verloren, erklärte er. Er behauptete zudem, zahlreiche Kapitol-Stürmer hätten sich das Leben genommen. Auch diese Aussage ist nicht belegt. Es gibt allerdings Berichte, dass einige Polizisten, die versucht haben, den Kapitolsturm zu unterbinden, Suizid begingen. Auf Welkers Argument, 172 Menschen hätten gestanden, Polizisten angegriffen zu haben, behauptete Trump, ihnen seien bis zu 15 Jahre Haft angedroht worden. Sie hätten Angst gehabt. Trump sagte, es seien Menschen in Haft gekommen, die nichts getan hätten.

Als Welker erneut sagte, dass Beweise, von denen Trump spricht, nie in Prozessen vor Gericht vorgelegt wurden, sprang Trump zu seiner zentralen Behauptung, die US-Präsidentschaftswahl von 2020 sei manipuliert gewesen. Das passiere derzeit in Kalifornien erneut, so der US-Präsident. Trump bezieht seine Aussage vermutlich auf die Vorwahlen für die Gouverneurssitze im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat. Aus Trumps Sicht dauert die Auszählung sehr lange. Er ist der Meinung, dies geschehe, um zu betrügen. Auch für diese Behauptung legte er keinerlei Beweise vor. Trump sagte allerdings, dass er keinerlei Beweise brauche, er müsse nur hinschauen und hinhören. Sollte Trump seine Kritik auf die von den Demokraten verabschiedete Neuzuschneidung der Wahlkreise in Kalifornien beziehen, so unterschlägt er, dass die Republikaner dies ebenfalls kürzlich taten, etwa in Texas, Alabama und in Florida.

Trump: Demokraten manipulieren, Presse unehrlich

Trump wurde im Lauf des Gesprächs immer wütender und wiederholte beständig, die Auszählung der Wahlen sei manipuliert. Die Presse sei unehrlich. Welker sagte daraufhin, sie sei nicht unehrlich. Trump wiederum unterstellt, sie spiele aber ihnen – gemeint sind vermutlich die Demokraten – in die Hände. Auf die Bitte Welkers, doch weiterzumachen, sagte Trump, dass sie entweder unehrlich oder dumm sei. Er habe die Wahl in einem Erdrutschsieg gewonnen, würde aber zu 94 Prozent schlechte Presse erhalten. Trump erklärte kurzerhand ABC, CBS und CNN allesamt zu unehrlichen Medien, wie er es zuvor schon häufig getan hatte.

Direkt im Anschluss zog er sich das Mikrofon ab, warf es auf den Boden und erhob sich mit den Worten: „Sie sind ein voreingenommener, unaufrichtiger Sender. Tut mir leid. Lasst uns aufhören, denn ich habe genug. Vielen Dank, Darling“. Welker erklärte, sie habe extra den Weg nach Wisconsins auf sich genommen. Trump entgegnete, dass er etwa eine Stunde mit ihr „im Regen“ gesessen und ihr genug Zeit gewidmet habe. Sie solle die Presse auf Vordermann bringen, so Trump, weil ein Land nie großartig sein könne mit einer unehrlichen Presse. Daraufhin verließ er den Gesprächsort. Welker erklärte später, dass Trump sich bereiterklärt habe, erneut mit ihr zu sprechen.

Quelle: ntv.de, als

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