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Startseite»Politik»Marktbericht: TUI macht weniger Gewinn
Politik

Marktbericht: TUI macht weniger Gewinn

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 12, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 12.08.2026 • 13:44 Uhr

Angesichts globaler Krisen und höherer Inflation buchen viele Menschen ihre Urlaubsreisen kurzfristiger – und achten stärker auf die Preise. Das zeigt sich an der Bilanz des Tourismuskonzerns TUI.

Der Reisekonzern TUI hat im dritten ‌Quartal seines Geschäftsjahres aufgrund der ​Belastungen durch den Iran-Krieg weniger verdient als am Finanzmarkt erwartet. Das bereinigte Betriebsergebnis sank von April bis Juni gegenüber dem starken Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 234 Millionen Euro. Analysten hatten mit 275 Millionen Euro gerechnet.

Unsicherheit und steigende Kosten durch ​den Krieg sowie die schwache Konjunktur ‌ließen Verbraucher mit Buchungen zögern. Im frühen Handel fielen die Aktien um bis zu vier Prozent und waren damit schwächster Wert im MDAX. Seit Beginn des Iran-Krieges haben die Papiere ​um zwölf Prozent an Wert verloren.

Trend zu Last-Minute

„2026 ist kein normales Jahr“, sagte TUI-Chef Sebastian Ebel bei der Vorstellung der Bilanz. „Die Nachfrage bleibt auch in geopolitischen Krisenphasen bestehen – wird jedoch kurzfristiger.“ Das Marktumfeld für den Anbieter von Pauschal- und Individualreisen, Flügen, Kreuzfahrten und Urlaubsaktivitäten sei schwierig. Kriege und Geopolitik, Konsumflaute, wirtschaftliche Schwäche, gestiegene Inflation bremsten generell die Kauflaune.

Die Menschen reisen, treffen ihre Entscheidungen aktuell aber ​kurzfristiger. Es gebe mehr Last-Minute-Buchungen zu niedrigeren Preisen, während die Preise ansonsten über Vorjahr lägen. TUI reduzierte das Angebot um fünf Prozent, um die Marge hoch zu halten. Mit 9,9 Millionen Kunden verzeichnete der Reiseriese einen Rückgang von 3,3 Prozent. In den vergangenen Wochen zogen die Buchungen aber wieder an. „Wir sehen eine sehr starke Normalisierung des Geschäftes“, betonte Ebel.

Hitzewellen und Waldbrände

Der Tourismus in Europa erlebt derzeit einen unruhigen Sommer mit Hitzewellen und Waldbränden in Spanien, Frankreich, Portugal und Griechenland. Traditionelle Pauschalreiseziele blieben davon weitgehend verschont: TUI konnte keinerlei Dämpfer durch die Waldbrände feststellen. Der Ende Februar ausgebrochene Iran-Krieg hingegen büßte der MDAX-Konzern rund 60 Millionen Euro Gewinn ein. Neben Kosten für Rückholaktionen gestrandeter Urlauber aus Nahost fehlten allein 20 Millionen Euro, weil zwei Kreuzfahrtschiffe am Persischen Golf wochenlang vor Anker liegen mussten.

Die hohen Kerosinkosten belasteten, obwohl ​sich TUI dagegen größtenteils mit Termingeschäften abgesichert hatte. Das Geschäft mit Fernreisen nach Asien und in den Nahen ‌Osten litt. Auch die Urlaubsländer im östlichen Mittelmeer Türkei, Zypern und Ägypten waren wegen der Nähe zur Kriegsregion weniger gefragt. Aber auch hier hat TUI zuletzt eine Erholung beobachtet.

Kein Kerosinmangel

Der Konzern bekräftigte die im April gesenkte Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr unter der Voraussetzung, dass sich die geopolitischen Spannungen nicht verschärfen und die Treibstoffversorgung gesichert bleibt. Dass Flugzeuge wegen Kerosinmangels am Boden bleiben müssen, zeichnet sich Ebel zufolge nach wie vor nicht ab. Derlei Sorgen über fehlende Öllieferungen vom Golf hatten im Frühjahr für Aufregung gesorgt und Verbraucher verunsichert.

Der deutsche Aktienmarkt insgesamt konnte zur Mittagszeit seine Rekordfahrt weiter fortsetzen – bis auf ein neues DAX-Rekordhoch von zwischenzeitlich 26.534 Punkten.

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