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Folgen der Handynutzung: Wie man gute von schlechter Bildschirmzeit unterscheidet

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 9, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Folgen der HandynutzungWie man gute von schlechter Bildschirmzeit unterscheidet

Die Dauer der Bildschirmzeit ist nicht entscheidend, so die Forscher. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Debatte um die schädlichen Folgen von Handynutzung ist allgegenwärtig. Eine Untersuchung aus den USA liefert nun eine differenziertere Perspektive und gibt klare Empfehlungen. Demnach ist nicht die Länge der Nutzung entscheidend, sondern etwas anderes.

Die große Verbreitung von Smartphones wird mit vielerlei Problemen in Verbindung gebracht: Einsamkeit, zu wenig körperliche Aktivität, Schlafstörungen sowie daraus folgende psychische und physische Gesundheitsprobleme. Doch Bildschirmzeit muss nicht per se schlecht sein, sagen zwei Forscher aus den USA. Sie entwickeln eine Checkliste, mit der man besser verstehen kann, ob einem die vor dem Bildschirm verbrachte Zeit eher gut oder schlecht bekommt.

Die Dauer der Nutzung sei dabei gar nicht so entscheidend, sagen die beiden Forscher. Es gebe dabei kein Richtig und kein Falsch. „Der Kontext ist so viel wichtiger als die Dauer allein“, betont Rinanda Shaleha, Co-Autorin der im Fachmagazin „Developmental Psychology“ veröffentlichten Studie. Dennoch rät sie dazu, zunächst herauszufinden, wie viel Zeit man selbst oder die eigenen Kinder mit Smartphones verbringen, um eine Vorstellung über Art und Umfang der Nutzung zu bekommen.

Planen – oder unangenehmen Gedanken ausweichen?

Um im nächsten Schritt gute und schlechte Bildschirmzeit voneinander zu unterscheiden, sollte man sich fragen, ob man von der Zeit, die man vor dem Handy verbracht hat, am Ende profitiert, so die Forscher. „Haben Sie nach möglichen Urlaubszielen recherchiert oder eine Fernsehserie genossen? Oder haben Sie versucht, unangenehmen Gedanken auszuweichen, obwohl Sie eigentlich hätten arbeiten oder schlafen sollen?“

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist den Forschern zufolge, ob der Bildschirm aktiv oder passiv genutzt wird. „Generell bedeutet eine höhere Interaktivität eine stärkere zwischenmenschliche Verbindung oder mehr Kreativität seitens des Nutzers“, so Forscherin Shaleha. Beispiele seien ein Spiel mit Freunden oder das Erstellen und Teilen von Inhalten. Das Gegenstück sei ein zwanghafter, passiver Konsum von Nachrichten oder sozialen Medien, der oft durch Ängste ausgelöst werde oder dazu diene, anderen Aufgaben, Gedanken oder Emotionen auszuweichen.

Fragmentierte Inhalte belasten das Gehirn

Laut der Studie kann man auch anhand der Struktur der Inhalte zwischen gesunder und eher nachteiliger Nutzung unterscheiden: Einerseits gibt es lange Inhalte, wie einen Film, andererseits fragmentierte Inhalte wie Tiktok-Videos oder Youtube-Shorts. „Fragmentierte Inhalte zwingen dein Gehirn dazu, Informationen ständig in unsere audiovisuellen Notizblöcke zu laden und sie dann wieder zu löschen“, sagt Co-Autor Nelson Roque von der Penn State University. Das koste viel geistige Energie und störe das Arbeitsgedächtnis. „Generell wird fragmentierter Inhalt häufiger mit einem verminderten Wohlbefinden in Verbindung gebracht.“

Doch wie schützt man sich vor ungesunder Bildschirmzeit? Die Forscher warnen vor Panik. „Bildschirmzeit ist kein Schreckgespenst“, sagt Shaleha. Man könne sein eigenes Verhalten zur Not einfach ändern, um ungesunde Nutzung zu reduzieren. Eltern sollten jedoch „das Verhalten ihrer Kinder im Blick behalten und besprechen, wie sich die Bildschirmzeit auf ihr Glück und ihre Entscheidungen auswirkt“. Es gebe auch eine Reihe von Tools, die die elterliche Aufsicht unterstützen können, so die Forscher.

Quelle: ntv.de, kst

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