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Startseite»Nachrichten»Fit fürs Amt?: Dösender, äh, konzentriert zuhörender Trump wird 80
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Fit fürs Amt?: Dösender, äh, konzentriert zuhörender Trump wird 80

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 14, 2026Keine Kommentare6 Minuten Lesezeit
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Fit fürs Amt?Dösender, äh, konzentriert zuhörender Trump wird 80

14.06.2026, 06:52 Uhr

Ein Kommentar von Roland Peters, New York
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11. Mai im Oval Office: US-Präsident Donald Trump schließt die Augen. (Foto: REUTERS)

Der US-Präsident feiert seinen 80. Geburtstag. Seinem Vorgänger kam das Alter politisch in die Quere, Trump macht alles noch intensiver als früher. Manchmal jedoch schließt er vor laufenden Kameras die Augen. Die Demokraten stellen Fragen.

Donald Trump geht es nicht gut. Zumindest nach europäischen Maßstäben. Der US-Präsident beendet kaum Sätze und schweift ständig ab. Er widerspricht sich im selben Gespräch mehrfach. Seine Anhänger und freundliche Journalisten nennen das ständige thematische Springen „weben“. Manchmal wird er auch als gewiefter Stratege deklariert, der diplomatisches 5-D-Schach spielt. Was konfus wirkt, folgt in dieser Lesart einem genialen Plan. Doch bei Presseterminen und Kabinettssitzungen hält er mutmaßlich Sekundenschlaf, döst weg, hält Nickerchen, wie man es auch nennen mag. Obwohl Kameras auf ihn gerichtet sind. Zuletzt auch beim NBA-Finalspiel in New York.

Hat der Präsident gesundheitliche Probleme? Das Weiße Haus und Trump selbst dementieren selbstredend; demnach blinzelt der Präsident eben lange oder hört konzentriert zu. Trump verfeuert aber auch an Abenden und Nächten regelrechte Motz- und Fluch-Kanonaden über Social-Media-Kanäle. Wie ein hormonbesoffener, halbstarker Teenager, der Journalisten anherrscht und geopolitische Molotowcocktails wirft. Und nun kämpfen Männer in Käfigen zu seinen Ehren am Weißen Haus. All das geschieht in einer Schrittfolge, die immer unvorhersehbarer wird.

Das könnte daran liegen, dass Trump seine zweite Präsidentschaft so autoritär führt, wie er kann. Niemand sonst hat wirklich etwas zu sagen, er handelt nach Lust und Laune. Es könnten auch Anzeichen seines Alters sein: Trump wird heute 80 Jahre alt. Damit gehört der Immobilienlöwe, Krypto-Unternehmer und Medienmacher zu den 16 ältesten Staatschefs der Welt. Unter den 186 vorliegenden Angaben der 193 UN-Mitgliedsstaaten ist der älteste Staatschef übrigens der 93-jährige Paul Biya in Kamerun. Der ist seit fast 44 Jahren an der Macht.

Plan angeblich in der Schublade

Dahin wird Trump wohl nicht mehr kommen, aber zumindest über eine mögliche dritte Amtszeit haben er und seine Verbündeten mehrfach öffentlich gesprochen. Die Verfassung verbietet dies, aber „zu gegebener Zeit“ werde ein entsprechender Plan aus der Schublade geholt, wie der „America First“-Ideologe Steve Bannon im vergangenen Jahr siegessicher unkte. „Die Amerikaner sollen sich besser damit abfinden.“ Wie ernst das Vorhaben ist, muss sich herausstellen. Dass Trump es versucht, ist vorstellbar. Aber erst einmal muss er noch zweieinhalb Jahre seines zweiten Mandats zuende bringen.

Alternde Staatschefs und Politiker sind nicht neu. Wer die Macht hat, möchte sie meistens auch behalten. Aber in den USA zeigt sich das deutlicher als in Deutschland. Im Vergleich zum Bundestag kleben US-Kongressmitglieder zwar nicht länger auf ihren Posten, sind aber wesentlich älter: 61,1 Jahre und damit zehn Jahre älter als der Durchschnitt aller Erwachsenen. In Deutschland liegt der Altersschnitt im Parlament bei 47,1 Jahren, der Bevölkerung bei 48,5 Jahren.

Die US-Amerikaner sind mit all dem grundsätzlich nicht einverstanden. Nur 3 Prozent (!) hatten 2023 gesagt, ein Präsident sollte idealerweise 70 Jahre oder älter sein. Als bestes Alter fürs Amt nannte rund die Hälfte der Befragten die 50er. Und 79 Prozent sprachen sich für eine allgemeine Altersgrenze bei Politikern aus. Aber warum sollte das jemand im Kongress beschließen und der Präsident unterzeichnen? Da müsste schon eine kleine Katastrophe geschehen, die nachweisbar mit dem Alter der Entscheider zu tun hat. Es könnte ja auch umgekehrt sein, sie also verlässlicher.

Man kann darüber streiten, ob fortschreitende Lebensdauer bessere Politiker macht. Aber eines dürfte klar sein: Jüngere Vertreter sind näher an den Problemen von heute und morgen. In Zeiten von drohender Klimakatastrophe, KI und einer EU, die sich international als demokratische Insel behaupten muss, wichtiger denn je.

Aber zurück zu Trump. Der Präsident wird wie seine Vorgänger mindestens jährlich auf Herz und Nieren geprüft. Trump stellte 2026 womöglich einen neuen Rekord auf: Sage und schreibe 22 Spezialisten durchleuchteten ihn. Trumps Leibarzt berichtete danach, der Präsident sei bei „exzellenter Gesundheit“ und habe insbesondere ein starkes Herz, er empfehle weniger Körpergewicht, und mehr Sport. Das mag alles sein, aber seien wir ehrlich: selbst wenn es ernsten Anlass zur Sorge gäbe – würde der Mediziner sich trauen, es klipp und klar der Öffentlichkeit mitzuteilen? Sogar Vorgänger Joe Biden wurde im Februar 2024 von seinem Arzt als „fit fürs Amt“ deklariert. Trotzdem wurde „Sleepy Joe“ wenn möglich aus der Öffentlichkeit gehalten und im Juni klappte er bei der Fernsehdebatte fast zusammen. Die Geschichte nahm ihren Lauf.

92-Jähriger folgt auf Vize Vance

Die kommenden Jahre werden angesichts Trumps üblicher Amtsführung ohnehin wild genug, man kann nur hoffen, dass er nicht geistig abbaut. In seinem letzten Amtsjahr 2028 wird er älteste amtierende US-Präsident jemals sein. Die Machtfolge in den USA sieht derzeit so aus: Auf „Dozy Don“ würde der 41-jährige Vizepräsident und junge Hüpfer JD Vance folgen, und wenn der auch ausfällt, ist Chuck Grassley als Dritter an der Reihe. Weshalb? Der 92-Jährige ist der älteste Senator der Mehrheitspartei. Am Ende seines Mandats 2029 wird er 95 sein.

Was Trump und die Republikaner jahrelang getan hatten, also immer über den Gesundheitszustand Bidens zu spekulieren, versuchen Demokraten nun mit ihm; insbesondere Influencer in den sozialen Medien, aber auch im Kongress. „Etwas stimmt nicht mit Donald Trumps Gesundheit oder geistigen Fähigkeiten“, sagte der Abgeordnete Ted Lieu am 3. Juni im Repräsentantenhaus, angesichts der Aufnahmen von Trump bei Veranstaltungen, bei denen er anscheinend Nickerchen hält. Es müsse einen Grund dafür geben, dass der Präsident immer wieder ins Krankenhaus gehe und sie ihn dort auf seine geistigen Fähigkeiten testeten, so Lieu. Der Demokrat forderte eine Erklärung von Außenminister Marco Rubio, der wegen des Iran-Kriegs vorgeladen worden war.

Rubio nannte die Behauptung „absurd und lächerlich“, da Trump „praktisch nicht schläft“; er arbeite „Tag und Nacht“. Die Wahrheit dürfte irgendwo dazwischen liegen. Die Spekulationen verfangen vermutlich auch deshalb nicht, weil Trump erstens keine sichtlich verknöchernde Wirbelsäule hat wie Biden, der deshalb aussah, als gehe er wie an einen Stock gebunden durch die Weltgeschichte. Zweitens macht Trump in seiner zweiten Amtszeit einfach mehr und intensiver die Dinge, die er schon immer getan hat: schier endlos mäandern; immer wieder dieselben Anschuldigungen vorbringen, die nachweislich falsch sind; Zahlen erfinden, Behauptungen aufstellen, Leute beschimpfen. Wiederholungen können eben ermüdend sein.

Quelle: ntv.de

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