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Startseite»Politik»Nach Schüssen auf russischen Exilkünstler: Mann in Polen festgenommen
Politik

Nach Schüssen auf russischen Exilkünstler: Mann in Polen festgenommen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 18, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 18.06.2026 • 14:25 Uhr

Nach der Ermordung des russischen Exilkünstlers und Karikaturisten Semjon Skrepezki in Ostpolen haben die Behörden einen Verdächtigen festgenommen. Premier Tusk geht von einem politischen Mord aus – Skrepezki nahm vor allem Putin aufs Korn.

Nach den tödlichen Schüssen auf den russischen Exilkünstler und Karikaturisten Semjon Skrepezki haben polnische Ermittler einen Verdächtigen festgenommen. Der Mann mit georgischem Pass könnte nach Angaben von Regierungschef Donald Tusk an der Tat beteiligt gewesen sein. Die Festnahme erfolgte demnach durch die Polizei des Regierungsbezirks Lublin und den polnischen Inlandsgeheimdienst.

Skrepezki, der mit bürgerlichem Namen Robert Klusowkow hieß, war am Montag in einer ostpolnischen Kleinstadt auf offener Straße mit fünf Schüssen getötet worden. Der Künstler galt als scharfer Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin und der russischen Regierung.

Skrepezki hatte zuvor Polizeischutz abgelehnt

Tusk sprach von starken Hinweisen auf einen politisch motivierten Mord. Zwar müssten weitere Beweise abgewartet werden, sagte der Regierungschef. Sollte sich jedoch eine Beteiligung Russlands bestätigen handle es sich um einen Fall von „Staatsterrorismus“ mit internationaler Tragweite.

Nach Angaben Tusks hatten sowohl die polnische Polizei als auch der Inlandsgeheimdienst dem Exilkünstler Schutz angeboten. Skrepezki habe diese Angebote jedoch aus unbekannten Gründen abgelehnt. Der 44-Jährige lebte seit 2021 in Polen im Exil.

Russlandkritik durch Karikaturen

Zwei zwischenzeitlich festgenommene Männer aus Belarus wurden wieder freigelassen. Es gebe keine Beweise, dass sie an der Tat beteiligt gewesen seien, teilten die Behörden mit. Die Ermittlungen dauern an.

Durch seine Kunst habe Skrepezki „Kritik an der aktuellen Politik der russischen Behörden geübt“, erklärte die polnische Staatsanwaltschaft am Dienstag. Er malte wenig schmeichelhafte Porträts von Putin, dem tschetschenischen Machthaber Ramsan Kadyrow und anderen hochrangigen russischen Amtsträgern. Eines der Bilder zeigt Putin, wie er im Arm des sowjetischen Diktators Josef Stalin liegt. Erst drei Tage vor seiner Ermordung hatte er vor der russischen Botschaft in Berlin protestiert.

Mit Informationen von Palina Milling, ARD-Studio Warschau

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