Der neue Verkehrsminister Bilger erhöht den Druck auf die Bahnspitze. Erfüllt der Konzern Ziele wie die Pünktlichkeitsquoten nicht, soll sich das einem Medienbericht zufolge auf die Gehälter von Bahnmanagern auswirken.
Als Reaktion auf die Pünktlichkeitskrise der Deutschen Bahn und Kritik an Millionenzahlungen hat der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger in der Bild am Sonntag Konsequenzen bei Vorstandsgehältern angekündigt. „Ich will, dass wir eine spürbare Verbesserung bei der Bahn erreichen, was die Pünktlichkeit anbelangt. Die bisherigen Werte sind völlig unzureichend“, so der CDU-Politiker.
„Es wird sich konkret auf die Bonuszahlungen von Bahnmanagern auswirken, wenn die Ziele, die der Bund vorgibt, nicht eingehalten werden.“ Der Bund bereitet derzeit eine neue Finanzierungsvereinbarung mit dem Staatskonzern vor, in der genau geregelt wird, wie viele Milliarden für die Schieneninfrastruktur fließen. Diese Gelder sollen künftig an Vorgaben geknüpft werden.
Bilger: Pünktlichkeit im Sommer verschlechtert
„Ich finde, da haben die Bahnkunden und Steuerzahler einen Anspruch darauf, dass wirklich der Erfolg gemessen wird“, so Bilger. Er wolle zwar ausdrücklich festhalten, dass viele Beschäftigte bei der Bahn richtig gute Arbeit leisteten. Wenn diese aber nicht zufriedenstellend sei, habe das auch Auswirkungen auf die Bezahlung.
Vollständige Pünktlichkeit hält Bilger nach eigenen Angaben bis auf Weiteres für unrealistisch. „Vereinbart mit der Bahn ist aktuell bis 2029 im Fernverkehr 70 Prozent.“ Von den Fernverkehrszügen seien im ersten Halbjahr etwa 60 Prozent pünktlich gewesen, in den heißen Sommermonaten allerdings noch weniger.
Bahnchefin Evelyn Palla hatte zuletzt mit ungewöhnlich scharfen Worten Missstände im eigenen Konzern kritisiert und gesagt, es gebe eine „organisierte Verantwortungslosigkeit“ im Management.
