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Startseite»Nachrichten»IW-Studie kommt auf 25 Prozent: Zahl arbeitender Frührentner steigt sprunghaft
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IW-Studie kommt auf 25 Prozent: Zahl arbeitender Frührentner steigt sprunghaft

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 18, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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IW-Studie kommt auf 25 ProzentZahl arbeitender Frührentner steigt sprunghaft

Bei vielen Vorruheständlern geht der Hinzuverdienst über einen Minijob hinaus. (Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Leitner-McPho)

Wer nach 45 Beitragsjahren in Rente gehen will, kann das ohne Abschläge schon mit 63 Jahren tun. Zugleich werden Hinzuverdienste seit 2023 nicht mehr angerechnet. Jeder vierte Frührentner findet diese Regelung offenbar attraktiv und arbeitet in größerem Umfang weiter.

Während die Bundesregierung an einer Rentenreform arbeitet, verdienen immer mehr Frührentner auf dem Arbeitsmarkt hinzu. „Seit dem vollständigen Wegfall der Hinzuverdienstgrenze 2023 nimmt die Zahl der vorzeitig Verrenteten mit einem großen Hinzuverdienst zu“, heißt es in einer unveröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die der „Rheinischen Post“ vorliegt.

„Bei den besonders langjährig Versicherten stieg der Anteil mit großem Hinzuverdienst, der über einen Minijob hinausgeht, von zehn Prozent (2019) mit dem Wegfall der Grenze 2023 auf 25 Prozent“, bilanziert die Studie. Das heißt: Jeder vierte dieser Frührentner, die auf 45 Versicherungsjahre kommen, arbeitet weiter und das für mehr als einen Minijob. Vor der Änderung war der Hinzuverdienst für Frührentner auf 6300 Euro im Jahr begrenzt. Diese Grenze wurde 2023 abgeschafft. Bei den Menschen, die bis zur Regelaltersgrenze weiter arbeiten, hat sich dagegen laut IW wenig verändert: Hier arbeiten laut Studie rund elf Prozent im Ruhestand weiter.

Frührente und Weiterarbeiten sind offenbar so attraktiv, dass auch mehr Menschen vorzeitig in den Ruhestand gehen, betonen die Studienautoren. „Seit der Reform gehen zudem mehr Menschen vorzeitig in Rente statt bis zur Regelaltersgrenze zu arbeiten – vor allem langjährig Versicherte, also Menschen mit mindestens 35 Versicherungsjahren, die schon ab 63 Jahren mit Abschlägen in Rente gehen können. Ihr Anteil stieg von 19,4 Prozent (2020) auf 24,0 Prozent (2024)“, so das IW weiter. Das sehen die Forscher kritisch: „Der vorzeitige Rentenbezug belastet die Gesetzliche Rentenversicherung damit ausgabenseitig.“

Rentenkommission legt Dienstag Empfehlungen vor

Die Rentenkommission der Bundesregierung debattiert derzeit auch Maßnahmen zur Begrenzung des Vorruhestands. Kurz vor der Veröffentlichung der Empfehlungen forderte der Sozialverband VdK eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte den Funke-Zeitungen, sie wünsche sich, „dass die Reformvorschläge klug durchdacht, sozial gerecht und zukunftssicher sind“. Laut Bentele haben viele Menschen „große Angst vor Rentenkürzungen, einer höheren Regelaltersgrenze oder einer Verschlechterung der Witwenrente“.

Bentele sprach sich dagegen aus, den demografischen Wandel als Vorwand für Kürzungen zu nutzen. „Es braucht eine echte Stärkung der Rentenversicherung: durch gute Löhne, mehr Tarifbindung, verlässliche Kinderbetreuung, sichere Pflegeangebote und bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, sagte sie den FUNKE-Zeitungen. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian gesagt, er erwarte den Bericht der Rentenkommission am kommenden Dienstag.

Quelle: ntv.de, mau

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