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Startseite»Politik»Marktbericht: Anleger zögerlich trotz sinkender Ölpreise
Politik

Marktbericht: Anleger zögerlich trotz sinkender Ölpreise

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 19, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 19.06.2026 • 08:05 Uhr

Im DAX bleiben die 25.000 Punkte die entscheidende Marke. Trotz sinkender Ölpreise und der Rahmenvereinbarung im Nahen Osten sind die Anleger vorsichtig. Viele Marktbeobachter sehen keinen Anlass für echte Entwarnung.

Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Start mit 0,3 Prozent im Minus auf 24.947 Punkte. Gestern hatte der DAX mit einem Plus von 0,4 Prozent über der Marke von 25.000 Punkten geschlossen – er pendelte wie schon an den vergangenen Tagen entlang der runden Marke. Damit bleibt das Rekordhoch bei 25.508 Punkten immerhin in Reichweite.

Die Erleichterung darüber, dass Iran und die USA das Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Krieges unterzeichnet haben, hob zwar die Stimmung an den Aktienmärkten. Aber noch ist keineswegs ausgemacht, dass die gute Stimmung anhält.

„Der mit Vorsicht zu genießende Friedensdeal zwischen Iran und den USA hat die geopolitische Risikoprämie an den Märkten zwar reduziert, für echte Entwarnung ist es jedoch zu früh. Zwar sind die Ölpreise nach der Einigung deutlich gefallen, doch die offenen Fragen rund um die Tragfähigkeit des Abkommens, die künftigen Ölflüsse und die geldpolitischen Folgen bleiben bestehen“, beschreibt Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG die Situation an den Finanzmärkten.

Zumindest von Seiten der Energiepreise hält die Unterstützung an. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 79,43 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,3 Prozent schwächer bei 76,36 Dollar.

Zuvor hatten mehrere Tanker die Straße von Hormus passiert. „Händler warten noch auf handfeste Beweise, dass sich der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus tatsächlich normalisiert, bevor sie auf einen weiteren Preisrückgang setzen“, sagte KCM-Marktanalyst Tim Waterer.

Ferner warnen Marktbeobachter, dass Iran die Kontrolle über die Meerenge nicht aufgeben werde. Fraglich sei, ob künftig eine Maut für den Schiffsverkehr erhoben werde – die USA schließen das allerdings aus.

„Die zukünftige Verwaltung der Meerenge wird vom Iran und Oman geleitet werden, was dem Iran die Möglichkeit gibt, eine ‚maritime Dienstleistungsgebühr‘ zu erheben“, sagte Madison Cartwright, eine leitende Geoökonomie-Analystin bei der Commonwealth Bank of Australia. „Das untergrabe die internationalen Normen der freien Schifffahrt und schaffe einen Präzedenzfall, dem andere folgen könnten, so die Expertin.

Die Aussicht auf die Entspannung im Nahen Osten und Kursgewinne bei Technologieaktien stützten gestern auch die Wall Street. Der technologielastige Nasdaq rückte um 1,9 Prozent auf 26.518 Zähler vor. Der breit gefasste S&P 500, in dem auch viele Tech-Werte gelistet sind, legte 1,1 Prozent auf 7.501 Stellen zu. Der US-Standardwerteindex Dow Jones blieb dagegen fast unverändert bei 51.565 Punkten. Heute bleiben die US-Börsen wegen eines Feiertags geschlossen.

In Asien erreichen die Märkte in Japan und Südkorea Rekordstände. Der Nikkei markiert zum fünften Mal in Folge ein Allzeithoch. Das Wochenplus liegt aktuell bei über acht Prozent. Der südkoreanische Leitindex stieg in dieser Woche um mehr als 15 Prozent. Nach dem erneuten Rekord stagnierte der Nikkei allerdings. Der koreanische Kospi drehte nach neuerlichem Höchststand sogar klar ins Minus

Die Börsen in Festlandchina, Hongkong und Taiwan bleiben heute wegen eines Feiertags geschlossen.

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