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Politik

Kurz nach dem Börsengang will sich SpaceX Geld am Kapitalmarkt leihen.

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 19, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 19.06.2026 • 14:54 Uhr

Nach dem Rekord-Börsenstart an der Wall Street will sich SpaceX neues Geld leihen. Zwischenzeitlich übertraf der Raumfahrtkonzern Online-Händler Amazon im Börsenwert. Wie hat sich die Aktie entwickelt?

Eine Woche nach dem Rekord-Börsengang von SpaceX, der dem Unternehmen 86 Milliarden Dollar einbrachte, braucht Elon Musks Weltraumkonzern offenbar frisches Geld. Wie die Financial Times berichtet, bereitet der Raumfahrtkonzern Insidern zufolge eine Anleihe-Platzierung im Volumen von mindestens 20 Milliarden Dollar vor. Die beauftragten Investmentbanker sollen sich bereits in der kommenden Woche mit Investoren treffen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Was hinter den Plänen stecken könnte

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, mit dem Erlös solle ein Brückenkredit in gleicher Höhe abgelöst werden. Dieser Kredit könnte Berichten zufolge im Zusammenhang mit der Integration von Elon Musks KI-Unternehmen xAI aufgenommen worden sein. Die geplante Anleihe wäre damit in erster Linie eine Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten und keine klassische Wachstumsfinanzierung. Eine Stellungnahme von SpaceX lag zunächst nicht vor.

Gleichzeitig signalisiert die geplante Anleihe aus Analystensicht, dass SpaceX sich künftig breiter aufstellen könnte. Laut der Nachrichtenagentur Reuters plant der Konzern Investitionen in Rechenzentren, Hochleistungsprozessoren und Energieinfrastruktur in einer Größenordnung von mehreren zehn Milliarden Dollar.

Das KI-Geschäft entwickelt sich damit zu einem zweiten strategischen Standbein neben Raketenstarts und dem Starlink-Geschäft mit Satelliten-Internet. Darauf deutet auch die geplante Übernahme der Softwarefirma Anysphere, die den KI-Programmier-Assistenten Cursor entwickelt. Kurz nach seinem Börsendebut verkündete SpaceX, Anysphere für 60 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen.

SpaceX zeitweise wertvoller als Amazon

In der ersten Woche nach dem Börsengang ist der Aktienkurs von SpaceX stark auf und ab geschwankt. Die Papiere erreichten nach Bekanntgabe der Übernahmepläne bis zu 212 Dollar je Anteilsschein und lagen damit zeitweise rund 57 Prozent über dem Ausgabepreis von 135 Dollar. Damit stieg der Börsenwert von SpaceX in den ersten beiden Handelstagen um rund 750 Milliarden Dollar auf etwas mehr als 2,6 Billionen Dollar.

SpaceX ist zeitweise zur Nummer fünf aufgestiegen der Rangliste der wertvollsten Unternehmen der Welt. Damit überholte die Weltraumfirma bereits an ihrem dritten Handelstag den Online-Handelsriesen Amazon beim Börsenwert. Zwischenzeitlich war SpaceX nach einem noch stärkeren Anstieg auch mehr wert als der Software-Riese Microsoft.

Diskrepanz zwischen Börsenwert und Geschäftsvolumen

Die Anleger verschafften dem Weltraum- und KI-Konzern von Musk bereits in den ersten Handelstagen eine beispiellose Wertsteigerung um rund eine Billion Dollar seit der Erstnotiz. Im Vergleich zu anderen Tech-Schwergewichten ist die Lücke zwischen dem aktuellen Geschäftsvolumen von SpaceX und dem Börsenwert dramatisch groß.

Musk verspricht aber explosives Wachstum in der Zukunft vor allem durch Künstliche Intelligenz. Dabei soll es auch Rechenzentren im All geben. Bisher lag Musks KI-Firma xAI, die in SpaceX aufging, hinter dem ChatGPT-Entwickler OpenAI, dessen Rivalen Anthropic sowie Google zurück.

Zum Wochenschluss Gewinne eingestrichen

Zur Wochenmitte drehte sich die Stimmung und Anleger strichen Gewinne ein. Für den Börsenneuling und Überflieger SpaceX ging es nach dem fünfprozentigen Kursrücksetzer am Mittwoch um mehr als sechs Prozent auf 179,38 Dollar nach unten. In der Spitze hatte der Kurs mit 225,64 Dollar gut zwei Drittel über dem Ausgabepreis am Freitag gelegen.

Der Marktexperte Stephen Innes sprach mit Blick auf SpaceX von „der mit Abstand interessantesten Aktie“, die er jemals gehandelt und über die er geschrieben habe. Denn der Börsengang habe es geschafft, „alle modernen Marktbeschleuniger an dieselbe Rakete zu schnallen“ – unter anderem die Begeisterung der Privatanleger, die Knappheit des Streubesitzes und einen „Elon-Bewertungsaufschlag“. Einige Analysten sehen SpaceX als riskante Wette an.

Im Vorfeld des Börsengangs hatten erfolgreiche Technologiewerte wie etwa Halbleiteraktien zeitweise unter Sorgen gelitten, ein so großer Börsengang wie der von SpaceX könne massiv Liquidität aus der Branche abziehen. Daten von Vanda Research zufolge haben Privatanleger an den ersten zwei SpaceX-Handelstagen ebenso viele Titel des Börsenneulings gekauft wie in der vergangenen Woche am gesamten US-Aktienmarkt.

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