Alle wundern sich
„Deutsches Tor hätte nicht zählen dürfen“
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft schießt ihr schnellstes WM-Tor seit 90 Jahren – und verliert trotzdem. Es ist wohl ausgleichende Gerechtigkeit, denn der Treffer hätte nicht zählen dürfen, sagen die Experten.
Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich hätte das frühe 1:0 der DFB-Elf im dritten Gruppenspiel der Fußball-WM gegen Ecuador nicht gegeben. Seiner Meinung nach habe Aleksandar Pavlovic unmittelbar vor dem Treffer von Leroy Sané (2. Minute) den Fuß im Zweikampf mit seinem Gegenspieler zu weit oben gehabt.
„Vor der Torerzielung ein klares Foulspiel, da lege ich mich fest“, sagte Ittrich als Experte bei MagentaTV. „Ein klarer Fußtreffer oben zu sehen.“ Schiedsrichterin Tori Penso (USA) gab den Treffer trotzdem, auch der Video-Assistent schritt nicht ein. Am Ende war es egal, Deutschland verlor das Spiel 1:2 (1:1).
Ein weiterer ehemaliger Bundesliga-Referee meldete ebenfalls Zweifel an: „Das ist aus meiner Sicht eine sehr mutige Entscheidung“, sagte Lutz Wagner in seiner Rolle als ARD-Experte. „Das wundert mich jetzt sehr, dass da auch kein Einspruch vom VAR kam. Wir hätten uns nicht beschweren können, wenn dieses Tor zurückgenommen wird“, sagte der DFB-Schiedsrichter-Lehrwart.
Auch die beiden 2014er-Weltmeister Mats Hummels und Bastian Schweinsteiger sahen bei der Pavlovic-Aktion einen Regelverstoß. „Da können wir von Glück reden, dass sich der VAR nicht eingeschaltet hat“, sagte ARD-Experte Schweinsteiger. „Wenn so etwas gegen uns gewesen wäre, da will ich gar nicht wissen, was wir dann gesagt hätten. Haben wir Glück gehabt in dem Moment.“
MagentaTV-Experte Hummels meinte: „Am Ende sind wir uns, glaube ich, relativ einig, dass das nicht hätte zählen dürfen.“
Sanés besonderer Treffer
Für Sané war es das erste Turniertor in seinem insgesamt 15. Spiel bei einer WM oder EM. Die aktuelle Weltmeisterschaft ist das fünfte große Turnier für den 30 Jahre alten Flügelspieler von Galatasaray Istanbul.
Neuer greift daneben, Sané trifft, Musiala schwach
Dem Datendienstleister Opta zufolge war das Führungstor nach einer Minute und 49 Sekunden das zweitschnellste der deutschen WM-Historie. Noch schneller war nur Ernst Lehner bei der WM 1934 gegen Österreich, der in der 1. Minute getroffen hatte.
Verwendete Quellen: ntv.de, ter/dpa
