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Startseite»Politik»Stuttgart 21 auf 2031 verschoben – und drei Milliarden teurer
Politik

Stuttgart 21 auf 2031 verschoben – und drei Milliarden teurer

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 26, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 26.06.2026 • 17:24 Uhr

Dass es mit Stuttgart 21 noch länger dauern wird, war schon bekannt. Jetzt wird es auch weiter teurer. Ein interner Bericht legt viele Versäumnisse offen.

Das Bahn-Großprojekt Stuttgart 21 wird nicht nur noch später fertig, sondern auch noch teurer als geplant. Die Deutsche Bahn machte heute offiziell, was schon bekannt war: Der Konzern verschiebt die Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs auf 2031. Vollständig fertig – also inklusive weiterer Bahnhöfe und Tunnel im Großraum Stuttgart – soll das Projekt sogar erst bis Dezember 2033 sein. Zudem wird der Bau noch einmal drei Milliarden teurer, wie Bahn-Chefin Evelyn Palla mitteilte.

Eigentlich sollte der neue Stuttgarter Tiefbahnhof Ende diesen Jahres eröffnet werden. Dass dies nicht zu halten sei, hatte Palla schon vor einigen Monaten mitgeteilt.

Interner Bericht legt Versäumnisse offen

Bei einem Spitzentreffen mit den Projektpartnern, unter anderem Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) und Stuttgarters Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) war es an Palla, ihnen zu erklären, wie es dazu kommen konnte.

Vier Hauptgründe hat die interne Überprüfung des Projektes ergeben, die Bahnchefin Palla nach der Absage des jüngsten Eröffnungstermins Ende 2026 angeordnet hatte. Die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens sei deutlich herausfordernder als zunächst gedacht.

Recherchen des SWR hatten offengelegt, dass die Verzögerung des Projekts unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass beim Bau Kabel falsch gelegt wurden. Dabei geht es nach Angaben der Bahn um etwa 100 Kilometer.

Bericht nicht öffentlich

Zudem gebe es Probleme mit einem bereits 2013 gebauten Technikgebäude, das für den aktuellen Bedarf nicht mehr passend sei. Komplett neu planen muss die Bahn das Notstromkonzept, weil zu spät auf neue Vorgaben reagiert wurde.

Bahnchefin Palla ließ sich in einer Mitteilung zitieren, dass sie erschüttert sei über die Ergebnisse der internen Überprüfung. Ehrlichkeit und Realismus seien nun ins Projekt eingezogen, versprach sie danach. Den vollständigen Bericht will die Bahn allerdings nicht veröffentlichen.

Projektpartner zwischen Skepsis und Optimismus

Die Projektpartner gaben sich eher zurückhaltend. Er kenne den Revisionsbericht nicht, nur die Aussagen der Bahnvertreter, sagte Ministerpräsident Özdemir auf die Frage, für wie verlässlich er die neue Planung halte. Nicht das Land baue den Bahnhof, sondern die Bahn. „Wir werden darauf schauen, dass die Zusagen, die heute gemacht worden sind, auch eingehalten werden.“

Stuttgarts Oberbürgermeister Nopper sprach von einem harten und höchst schmerzhaften Schlag, sagte aber auch, dass Palla aus seiner Sicht glaubhaft Besserung gelobt und einen realistischen und nachvollziehbaren Plan vorgelegt habe.

Wichtig sei, dass grundsätzlich an der vollständigen Fertigstellung des Projekts festgehalten werde, sagte Özdemir. „Wir brauchen einen leistungsfähigen Bahnknoten mit maximaler Kapazität, mit hoher Pünktlichkeit und vollständiger Digitalisierung.“

Besserung für Reisende ab 2027?

An Stuttgart 21 wird seit gut 16 Jahren gearbeitet. Die 21 im Namen steht dabei für das 21. Jahrhundert – es sollte ein Vorzeigeprojekt werden. Die Inbetriebnahme wurde bereits mehrfach verschoben. Die Kosten für das Gesamtprojekt hatte die Bahn zunächst mit drei Milliarden Euro angesetzt. Inzwischen haben sie sich auf 14,5 Milliarden nahezu verfünffacht.

Die langen Wege für die Reisenden will die Bahn schon vor Eröffnung des Bahnhofs verkürzen. Ab Ende 2027 sollen Fahrgäste nicht mehr um die komplette Baustelle herum zu den Fernzügen laufen müssen, sondern über das Dach des neuen Tiefbahnhofs direkt zu den Gleisen des alten Kopfbahnhofs gehen können.

Ab Ende 2030 will die Bahn bereits den neuen Fernbahnhof am Flughafen in Betrieb nehmen. Die Verlängerung der S-Bahn-Stammstrecke soll 2032 befahrbar sein. Als letzter Baustein soll dann im Jahr 2033 der neue Pfaffensteigtunnel eröffnet werden, durch den die Gäubahn aus Richtung Zürich an den neuen Hauptbahnhof angebunden wird.

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