Nur wenige Minuten brauchen Diebe vor einigen Monaten, um drei wertvolle Gemälde aus einem italienischen Museum zu stehlen. Nun hat die Polizei die Werke sichergestellt. Die Hintergründe der Tat werfen Fragen auf.
In Italien sind drei aus einem Privatmuseum nahe der Stadt Parma gestohlene Kunstwerke von Pierre-Auguste Renoir, Paul Cézanne und Henri Matisse sichergestellt worden. Die Gemälde im Wert von mehreren Millionen Euro seien bei Durchsuchungen gefunden worden, die von der Staatsanwaltschaft angeordnet worden seien, teilte die italienische Polizei mit.
Nähere Angaben zu den mutmaßlichen Dieben, ihrem Verbleib oder weitere Details machten die Behörden nicht. Die Ermittlungen dauern demnach an. Italienischen Medienberichten zufolge wird gegen neun Täter ermittelt, die aus Moldawien stammen sollen.
Bei den gestohlenen Gemälden handelt es sich um „Die Fische“ von Auguste Renoir, „Stillleben mit Kirschen“ von Paul Cézanne und „Odalisque auf der Terrasse“ von Henri Matisse. Nach Behördenangaben wird der Wert des Cézanne auf sechs Millionen Euro, der des Renoir auf drei Millionen und der des Matisse auf 20.000 Euro geschätzt.
Diebstahl als Gegenstand von Falschinformation
Die Kunstwerke waren in der Nacht vom 22. auf den 23. März aus dem Privatmuseum der Stiftung Magnani-Rocca in der Nähe der norditalienischen Stadt Parma gestohlen worden. Die Täter waren damals mitten in der Nacht durch den Haupteingang eingebrochen. Polizeiberichten zufolge hatten sie unter anderem einen Traktor benutzt, um ein Schloss aufzubrechen.
Sie entwendeten die Gemälde innerhalb weniger Minuten, bevor es ihnen nach Anspringen der Alarmanlage gelang, über die Gärten des Museums zu entkommen.
Ein Museumssprecher sprach damals von einem geplanten, strukturierten und organisierten Einbruch. Medienberichten zufolge ging das Museum von einem Diebstahl durch eine organisierte Verbrecherbande aus. Die 1977 eingerichtete Stiftung beherbergt die Sammlung des Kunsthistorikers Luigi Magnani. Zu sehen sind dort auch Werke von Dürer, Rubens, Van Dyck, Goya und Monet.
Zwischenzeitlich war der Diebstahl auch Gegenstand von Desinformation: Ein gefälschtes Video zeigte wenige Wochen nach dem Diebstahl das gestohlene Cézanne-Gemälde im Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Später stellte sich heraus, dass es in die von Selenskyj aufgenommene Videobotschaft hineinmontiert worden war. Die Fälschung wurde Recherchen zufolge über ein kremlnahes Netzwerk verbreitet.
Mit Informationen von Nikolaus Nützel, ARD-Studio Rom
