Mehr Schutz vor Waldbränden: Die Grünen-Bundestagsfraktion fordert in einem dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegenden Papier von der Bundesregierung konkrete Maßnahmen. Am Kanzler gibt es klare Kritik.
Die Waldbrandgefahr in Deutschland steigt. Die anhaltende und extreme Dürre schafft besonders günstige Bedingungen für Brände. Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigen, dass sich die Tage mit hoher Waldbrandgefahr seit den 1960er-Jahren etwa verdoppelt haben.
In Nordrhein-Westfalen mussten sich rund 2.000 Menschen vor einem Waldbrand in der Eifel in Sicherheit bringen. Immer wieder sind in diesem Sommer Waldbrände ausgebrochen. Der DWD weist aktuell für die meisten Regionen in Deutschland eine der beiden obersten Gefahrenstufen für Waldbrände aus.
„Merz muss jetzt handeln“
Die Bundestagsfraktion der Grünen meint, dass Deutschland darauf nicht gut vorbereitet sei. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge sagte dem ARD-Hauptstadtstudio: „Friedrich Merz muss jetzt handeln und erklären, wie er die Menschen in Zukunft besser vor den Folgen der Klimakrise schützen will.“
Die Grünen fordern die Bundesregierung auf, eine nationale Feuermanagementstrategie zu erarbeiten. Dabei geht es aus ihrer Sicht nicht nur darum, Feuer zu bekämpfen, sondern auch um bessere Vorsorge. Durch neueste Drohnentechnik und die Auswertung von Satellitenbildern könnten gefährdete Gebiete und Brände schneller erkannt werden. Auch die Nachsorge und die Wiederherstellung verbrannter Flächen müsse Teil einer solchen Strategie werden.
Mehr Geld für Länder und Kommunen
Außerdem fordern die Grünen mehr Geld für Länder und Kommunen, damit diese die Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und Rettungskräfte besser ausstatten können.
Auch lang- und mittelfristig wollen sie mehr Präventionsmaßnahmen. Dabei geht es ihnen zum Beispiel darum, Wälder umzubauen: weg von leicht brennbaren Monokulturen, hin zu artenreichen Laubmischwäldern, die mehr Wasser speichern können. Dieser Waldumbau soll mit zusätzlich 50 Millionen Euro im Jahr gefördert werden, fordert die Bundestagsfraktion der Grünen.
Merz bedankt sich bei Einsatzkräften
Der Bundeskanzler bedankte sich via Social Media bei den Einsatzkräften, die aktuell gegen die Waldbrände kämpfen. „Wo immer möglich, leisten Bundespolizei und Bundeswehr Hilfe.“ Er selbst werde laufend über die Entwicklungen unterrichtet, schreibt der Kanzler.
Aus Sicht der Grünen ist das zu wenig. Dröge meint, dass sich der Kanzler nicht genug um die spürbaren Folgen der Klimakrise kümmere – in einem Sommer mit Tausenden Hitzetoten, Schäden an der Infrastruktur und Menschen, die vor Waldbränden fliehen müssen.
„Der Kanzler scheint in eine Art Schockstarre verfallen zu sein“, sagt Dröge. „Anders kann man sein Abtauchen angesichts einer Krise dieses Ausmaßes nicht mehr erklären.“

