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Vergeltung für Frachter-Angriff: US-Militär greift Ziele im Iran an – Revolutionsgarden melden Gegenschläge

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 26, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Vergeltung für Frachter-AngriffUS-Militär greift Ziele im Iran an – Revolutionsgarden melden Gegenschläge

Laut Centcom hatte eine iranische Einwegdrohne am Vortag ein unter singapurischer Flagge fahrendes Frachtschiff attackiert. (Foto: REUTERS)

Als Reaktion auf den Beschuss eines Frachters in der Straße von Hormus fliegt das US-Militär Luftangriffe auf Ziele im Iran. Wenig später melden die Revolutionsgarden, sie hätten zurückgeschlagen.

Das US-Militär hat Luftangriffe gegen den Iran geflogen. Das teilt das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando Centcom mit. Es handle sich um eine „entschlossene Reaktion“ auf einen iranischen Angriff auf ein Handelsschiff in der Straße von Hormus, heißt es. Die Angriffe hätten iranischen Raketen- und Drohnenlagerstätten gegolten, sowie Küstenradaranlagen. „Die ungerechtfertigte Aggression iranischer Streitkräfte gegen die Handelsschifffahrt stellte einen klaren Verstoß gegen die Waffenruhe dar“, betonte das US-Militär. Zudem habe der Iran die freie Schifffahrt gefährdet.

Die Reaktion aus dem Iran folgte wenig später: Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) ließen über den Staatsfunk verbreiten, sie hätten zurückgeschlagen. Die Marineeinheiten hätten Standorte der US-Streitkräfte in der Region angegriffen, hieß es in einer Stellungnahme. Unabhängig überprüfen lässt sich das bislang nicht, eine Bestätigung von US-Seite steht aus. Vor dem nun verbreiteten Statement der IRGC hatten verschiedene Medien eine angebliche Stellungnahme der Elitestreitkräfte verbreitet, wonach diese mit Vergeltung gedroht hätten. Diese Veröffentlichung wurde unter anderem von der den Garden nahestehenden Agentur Fars als falsch bezeichnet und ist nicht mehr auffindbar.

Aus der iranischen Stadt Sirik waren in der Nacht Explosionsgeräusche gemeldet worden. Das berichteten unter anderem das Staatsfernsehen Irib und der Sender Press TV. Die Stadt in der Provinz Hormusgan liegt am Persischen Golf nahe der Straße von Hormus und war bereits in der Vergangenheit immer wieder Ziel von US-Angriffen.

US-Vizepräsident JD Vance schrieb auf X: „Gewalt wird mit Gewalt beantwortet.“ Wenn der Iran Meinungsverschiedenheiten über die Umsetzung des Rahmenabkommens habe, könne er zum Telefon greifen. 

Iran will Durchfahrt nur auf festgelegten Routen erlauben

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran Stunden zuvor vorgeworfen, gegen die Waffenruhe-Vereinbarung verstoßen zu haben. Seinen Angaben nach startete der Iran mindestens vier Drohnenangriffe gegen Schiffe in der Straße von Hormus. Eine der Drohnen habe ein Frachtschiff getroffen. Der Frachter konnte demnach aber seine Fahrt trotz Schadens fortsetzen. Das US-Militär habe die anderen drei Drohnen abgeschossen. „Dies ist offensichtlich ein törichter Verstoß gegen unsere Waffenruhe-Vereinbarung“, schrieb Trump auf Truth Social.

Auch die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) hatte von einem Angriff auf einen Frachter im Golf von Oman berichtet. Dieser habe die Evakuierung von rund 11.000 Seeleuten unterbrochen, die auf Schiffen in der Straße von Hormus festsitzen.

Nach Angaben des US-Militärs traf der Iran das unter singapurischer Flagge fahrende Handelsschiff mit einer Drohne, als dieses die Straße von Hormus entlang der omanischen Küste verließ. Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) teilte mit, ein „unbekanntes Projektil“ habe die Brücke des Schiffes beschädigt.

Wenige Stunden zuvor hatten Irans Revolutionsgarden gewarnt, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien. Washington und Teheran hatten sich jüngst auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Kriegs und Wiederöffnung der Straße von Hormus geeignet. Nach den jüngsten Angriffen ist ungewiss, was daraus sowie aus noch anstehenden tiefergehenden Verhandlungen nun wird. Diese sollten unter anderem das iranische Atomprogramm zum Thema haben.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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