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Auch heute warnt der Deutsche Wetterdienst vor extremer Hitze, vor allem im Osten wird es heiß. Angesichts der hohen Temperaturen fordern die Grünen ein „Abkühl-Sofortprogramm“ für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt für heute Temperaturen von bis zu 42 Grad voraus. Dieser Wert könnte in der Lausitz erreicht werden. Der gerade erst aufgestellte Temperaturrekord von 41,5 Grad könnte also erneut gebrochen werden.
Im Osten und Südosten sagte der DWD 39 bis 41 Grad voraus. In den übrigen Teilen Deutschlands werden 32 bis 38 Grad erwartet, an der Küste könnte es kühler werden.
Zudem erwartet der DWD Unwetter mit teils heftigen Starkregen, schweren Sturmböen und Hagel.
Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge fordert, angesichts der aktuellen Hitzewelle Maßnahmen zu ergreifen. „Deutschland braucht ein Abkühl-Sofortprogramm, um Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zu klimatisieren“, schrieb sie in einem Papier, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt.
Es brauche volles Tempo beim Ausbau von Klimaanlagen in Verbindung mit Solaranlagen. „Wir schlagen ein neues Förderprogramm für ‚Klima-Solar-Anlagen‘ vor.“ Denn die Hitze tagsüber gehe mit hoher Sonneneinstrahlung und damit besonders viel Solarertrag einher, so Dröge.
Aufgrund von Hitzeschäden fahren bis zum frühen Montagmorgen in Leipzig keine Straßenbahnen. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) stellen den Straßenbahnverkehr wegen Hitzeschäden an Schienen und Weichen bis Montagmorgen um 3.30 Uhr ein, wie das Unternehmen mitteilte.
Zunächst hatten die LVB den Betrieb nur bis in die Nacht zum Sonntag eingestellt, der Zeitraum wurde jetzt verlängert. Die hohen Temperaturen sorgten demnach an vielen Stellen im Netz dafür, dass Fugenmasse für Asphalt und Beton in Weichen und Schienen lief und dort verklumpte. Ein sicherer Straßenbahnbetrieb sei derzeit nicht möglich, hieß es.
Die Feuerwehr hat in der vergangenen Nacht versucht, den erneuten Waldbrand in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg unter Kontrolle zu bringen. Die Einsatzkräfte wollten verhindern, dass für heute angesagter böiger Wind zu Funkenflug und neuen Brandausbrüchen führen kann.
Das Feuer hatte sich am gestrigen Nachmittag entwickelt und schnell ausgebreitet. Erst vor einem Jahr hatte es in der Gohrischheide den größten Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen gegeben. Das Gebiet im Landkreis Meißen ist munitionsbelastet, was Löscharbeiten erschwert. Ortschaften waren von dem Feuer zunächst nicht bedroht.
Hohe Temperaturen treiben den Trinkwasserverbrauch in Hamburg in die Höhe. Am Mittwoch wurde mit 412,20 Millionen Litern (oder 412.195 Kubikmetern) der diesjährige Tageshöchstwert erreicht, wie ein Sprecher von Hamburg Wasser mitteilte.
Bei den Spitzenabgaben sei jedoch immer auch relevant, wann die hohen Temperaturen auftreten: „Im Juni sind sie bei solchem Wetter quasi vorprogrammiert, weil noch nirgendwo Sommerferien sind“, teilte der Sprecher mit. Im Juli oder August müssen solche Spitzen nicht unbedingt auftreten.
Während der Hitzewelle in Deutschland sind seit Freitag mindestens fünf Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Gestern ertrank laut Polizei ein 27-Jähriger im Neckar bei Heidelberg, ein 30-Jähriger starb in einem Badesee bei Neuhofen südlich von Mannheim. Im Herner Meer am Rhein-Herne-Kanal in Nordrhein-Westfalen wurde zudem ein Kind vermisst. In Hessen wurde südwestlich von Frankfurt ein 40-Jähriger tot aus dem Waldsee Raunheim geborgen.
Bereits am Freitag war im Seepark Lünen bei Dortmund ein 45 Jahre alter Mann von Besuchern aus dem Wasser gezogen worden. Der Mann starb laut Polizeiangaben später im Krankenhaus. Ein acht Jahre alter Junge wurde nach zweistündiger Suche tot aus einem Badesee in Isernhagen bei Hannover geborgen. Das Kind habe sich den ersten Hinweisen zufolge im Wasser aufgehalten und sei dann nicht mehr zu sehen gewesen, teilte die Polizei mit.
