Die brachialen Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE haben viele Menschen in den USA aufgewühlt. Jetzt soll die Behörde einen neuen Direktor bekommen. US-Präsident Trump hat einen ehemaligen Polizisten nominiert.
Vermummte Beamte, Razzien gegen Migranten und tödliche Schüsse auf zwei US-Bürger: Die US-Einwanderungsbehörde ICE ist Anfang des Jahres massiv in die Kritik geraten. Jetzt soll sie einen neuen Chef bekommen. Er habe „das große Vergnügen“, Lance Schroyer zum ICE-Direktor zu nominieren, erklärte US-Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth Social.
Schroyer sei ein früherer Polizist aus dem Bundesstaat Oklahoma und ehemaliger Marineinfanterist mit „jahrzehntelanger Erfahrung bei der Inhaftierung der schlimmsten Kriminellen“. Schroyer ist derzeit Berater von Heimatschutzminister Markwayne Mullin.
Schroyer soll auf Todd Lyons folgen, den Trump im März 2025 kommissarisch an die Spitze der ICE berufen hatte. Lyons verließ den Posten im Mai 2026 – wenige Wochen nach der Entlassung der früheren Heimatschutzministerin Kristi Noem.
Lance Schroyer soll neuer ICE-Direktor werden. Seit Jahren wird dieser Posten nur noch kommissarisch besetzt – eigentlich müsste der Senat zustimmen.
Bestätigung durch den Senat unklar
Der jetzige Minister Mullin begrüßte die Nominierung Schroyers. Er werde eine zentrale Rolle dabei spielen, Trump zu helfen, „irreguläre Einwanderer ins Visier zu nehmen, festzunehmen und abzuschieben“, schrieb Mullin im Onlinedienst X.
Die Nominierung Schroyers muss eigentlich vom US-Senat bestätigt werden. Trump forderte die Parlamentskammer auf, das zu tun. Doch seit Jahren werden alle ICE-Direktoren nur noch kommissarisch ernannt. Seit Dezember 2014 sei keiner mehr vom Senat bestätigt worden, erklärte Mullin. „Der Senat muss die Nominierung von Lance Schroyer schnell bestätigen“, so der Heimatschutzminister.
Symbol von Trumps Migrationspolitik
Die ICE-Behörde wurde zum Symbol der Migrationspolitik von Trumps zweiter Amtszeit. Sie verantwortete Festnahmen und Abschiebungen von Migranten in demokratisch regierten US-Städten. Die Beamten waren dabei zum Teil vermummt. Das Vorgehen hatte in den USA eine große Protestwelle ausgelöst. Kritiker beklagten die aus ihrer Sicht brutalen Methoden.
Richtig groß wurde der Gegenwind für Trump, als im Januar in der Stadt Minneapolis zwei US-Bürger durch Schüsse von Bundesbeamten verschiedener Behörden bei solchen Einsätzen starben. Die frühere Heimatschutzministerin Noem war danach von Trump entlassen worden.
