In mehreren Teilen Deutschlands kämpfen Feuerwehren gegen Waldbrände. Oft erschweren Kampfmittelrückstände im Boden die Einsätze, es kommt zu Explosionen. Böige Winde lassen die Feuer immer wieder auflodern.
Auch als Folge der anhaltenden Hitze und Trockenheit sind in mehreren Gebieten Deutschlands Waldbrände ausgebrochen.
Im rheinland-pfälzischen Kreis Bad Kreuznach brennt es in einem Gebiet mit Kampfmitteln im Boden. Es gab dort Explosionen, ein Ort musste geräumt werden. Insgesamt sind rund 650 Menschen in der Ortsgemeinde Traisen bei Bad Kreuznach davon betroffen. Der Waldbrand war nach Kreisangaben am Samstagnachmittag an einem Steilhang in der Nähe des Ortes ausgebrochen.
Mobile Wasserwerfer ohne Personal im Einsatz
Menschen mussten bis 2 Uhr in der Nacht Gebäude in einem Radius von einem Kilometer um den Brand verlassen, eine Notunterkunft wurde eingerichtet. Der Kreis bot älteren oder kranken Personen sowie Müttern mit Kindern unter drei Jahren an, sich zu melden, damit Hotelzimmer vermittelt werden können. Es bestehe derzeit keine Gefahr für die Häuser im Evakuierungsgebiet, die Räumung erfolge vorsorglich, betonte der Kreis.
Es habe Explosionen in dem Gebiet gegeben, der herbeigerufene Kampfmittelräumdienst bewerte die Lage fortlaufend, berichtete eine Kreissprecherin. Laut einem Sprecher der örtlichen Feuerwehr kommen zum Schutz der Einsatzkräfte mobile Wasserwerfer zum Einsatz, die ohne Personal betrieben werden können.
Die Landrätin des Kreises Bad Kreuznach, Bettina Dickes, bezeichnete das Waldstück, in dem es gerade brennt, als „eines der wichtigsten Naturschutzgebiete bei uns“. Das sei „wirklich ein Unglück“, sagte sie, gerade laufe ein Antrag, es als Weltnaturerbe anzuerkennen.
Erneut Brand in der Gohrischheide
Ein größerer Einsatz lief auch in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen zu Brandenburg, wo Feuerwehren versuchten, einen erneuten Waldbrand unter Kontrolle zu bringen. Vor Ort fürchtete man einen vorhergesagten böigen Wind, weil dieser zu Funkenflug und neuen Brandausbrüchen führen kann.
Man habe das Feuer über Nacht auf einem eingeschlossenen Abschnitt halten können, teilte Zeithains Bürgermeister Mirko Pollmer (parteilos) am Morgen mit. Mit steigenden Temperaturen und aufkommendem Wind im Tagesverlauf gehe man aber davon aus, dass das Feuer noch einmal aufflammen werde.
In der Gohrischheide hatte es erst vor einem Jahr den größten Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen gegeben. Auch das Gebiet im Landkreis Meißen ist munitionsbelastet, was Löscharbeiten erschwert. Ortschaften sind von dem Feuer bislang nicht bedroht.
Großbrand bei Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern
Bereits seit Mittwoch sind Einsatzkräfte mit einem Großbrand bei Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt. Heute will die Feuerwehr dort unter anderem einen Randbereich des stark munitionsbelasteten ehemaligen sowjetischen Panzerschießplatzes kühlen.
Zumindest wanderten die Flammen nicht mehr weiter Richtung Norden, wo sich eine Strom- und dahinter eine Bahntrasse befinden. Der Stromnetzbetreiber Edis hatte die Leitung am Freitag vorsorglich abgeschaltet, das hatte aber keine Auswirkungen auf Verbraucher. Auch dort kann die Feuerwehr wegen einer starken Belastung mit Altmunition das Areal nicht betreten, auch dort gab es bereits Explosionen.
Weitere Brände in den Kreisen Stendal und Harz
In Sachsen-Anhalt gilt ein Blitzeinschlag als mögliche Ursache für einen Waldbrand in einem Ortsteil der Stadt Tangerhütte im Landkreis Stendal. Dort brannten rund 600 bis 700 Quadratmeter Kiefernwald ab.
In Blankenburg im Landkreis Harz, ebenfalls in Sachsen-Anhalt, ging die Feuerwehr auf einer Fläche von ungefähr 4,5 Hektar gegen Flammen vor. Auch Löschflugzeuge waren im Einsatz.
Mit Informationen von Sarina Fischer, SWR.
