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Startseite»Politik»Halbjahresbilanz: Weniger Börsengänge trotz robuster Aktienmärkte
Politik

Halbjahresbilanz: Weniger Börsengänge trotz robuster Aktienmärkte

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 1, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 01.07.2026 • 14:34 Uhr

In den ersten sechs Monaten des Jahres haben deutlich weniger Unternehmen den Gang an die Börse gewagt. Obwohl sich die Aktienmärkte trotz des Iran-Kriegs robust gezeigt haben.

Eine Bilanz mit Licht und Schatten hat die Beratungsgesellschaft EY für den internationalen IPO-Markt gezogen: Im ersten Halbjahr dieses Jahres hat EY weltweit 483 Börsengänge gezählt. Das sind 12 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres.

Laut EY haben die zunehmenden geopolitischen Spannungen die Aktivität vieler Börsenkandidaten gebremst. Allen voran hat der seit Ende Februar dieses Jahres andauernde Krieg der USA und Israels gegen Iran die Unternehmen und Investoren weltweit verunsichert. Besonders belastend ist der gestörte Welthandel etwa mit Öl, Gas und Düngemitteln durch die wochenlange Blockade der wichtigen See-Handelsroute, der Straße von Hormus, durch Iran.

China schlägt USA

Schaut man genauer hin, ergibt sich ein gemischtes Bild: Während es in Europa im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur zwei Prozent mehr IPOs (Initial Public Offerings) gab, nahm die Zahl in China – inklusive Hongkong – um 39 Prozent zu.

In den USA dagegen wagten über ein Drittel weniger Unternehmen den Sprung aufs Parkett. Damit gab es in China in den ersten sechs Monaten des Jahres doppelt so viele Börsengänge wie in den USA.

Mega-Emissionsvolumen dank SpaceX

Ein anderes Bild zeigt sich mit Blick auf das Emissionsvolumen, also den Gesamtwert der neu ausgegebenen Aktien: Den haben die USA im ersten Halbjahr um rund 200 Prozent gesteigert.

Ein wichtiger Grund: Im Juni hat der Konzern von Elon Musk, SpaceX, in den USA mit einem Volumen von rund 86 Milliarden Dollar den größten Börsengang aller Zeiten hingelegt. Musk war danach der erste Billionär der Welt.

Aktienmärkte trotz Krisen robust

Die weltweit wichtigsten Aktienindizes haben sich im ersten Halbjahr trotz des Iran-Kriegs sehr robust gezeigt. Vor allem technologielastige Indizes konnten sogar dank des Hypes um Künstliche Intelligenz deutlich zulegen. Der wichtigste asiatische Index, der japanische Nikkei, hat seit Jahresbeginn über 40 Prozent gewonnen. Der technologielastige US-Index Nasdaq 100 legte um über 20 Prozent zu.

Da blieb der Deutsche Aktienindex mit einem Plus von zwei Prozent seit Jahresbeginn bescheiden. Einen aufgrund des Iran-Kriegs befürchteten mittel- beziehungsweise langfristigen Einbruch gab es aber auch nicht.

DAX mit wenig Bewegung

Ins zweite Halbjahr startet der Deutsche Aktienindex ohne größeren Schwung, bewegt sich am Mittag rund um die Marke von 25.000 Punkten.

Etwas Rückenwind gibt es von der Konjunktur. So sind die Verbraucherpreise in der Eurozone im Juni einer ersten Schätzung zufolge weniger stark gestiegen als erwartet, um 2,8 Prozent. „Die Inflation ist erstmals seit Ausbruch des Iran-Kriegs gefallen – vor allem wegen des jüngsten Rückgangs des Ölpreises“, sagt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.

Allerdings könne der Iran-Deal von US-Präsident Trump den vorherigen Ölpreis-Anstieg nicht ungeschehen machen. Der dürfte laut Krämer von den Unternehmen in den kommenden Monaten an die Verbraucher weitergegeben werden.

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