Der Artikel bezieht sich auf eine Studie aus dem Jahr 2012. Forschende untersuchten große Windparks in Texas. Dabei fanden sie: Über den Windparkflächen wurde es nachts stärker wärmer als in vergleichbaren Gegenden ohne Windparks.
Das ist der wahre Teil der Geschichte.
Der falsche Teil beginnt dort, wo daraus gemacht wird: Windparks würden das Klima aufheizen und CO₂ sei gar nicht das eigentliche Problem.
Genau das sagt die Studie nicht.
Der einfache Punkt: Windräder heizen nicht wie ein Ofen
Ein Windrad produziert nicht deshalb Wärme, weil es die Umgebung „aufheizt“. Der entscheidende Effekt ist ein anderer.
Nachts kühlt der Boden aus. Die Luft direkt am Boden wird kalt. Darüber kann aber noch etwas wärmere Luft liegen. Normalerweise bleiben diese Luftschichten teilweise getrennt.
Windräder bringen Bewegung in diese Schichten. Ihre Rotoren erzeugen Wirbel. Dadurch wird Luft von oben nach unten gemischt. Kommt wärmere Luft nach unten, steigt dort die gemessene Temperatur.
Das ist vergleichbar mit dem Umrühren in einer Suppe: Die Suppe wird dadurch nicht insgesamt heißer. Aber Wärme wird anders verteilt.
Genau darum geht es bei der Studie.
Warum der Beitrag trotzdem irreführend ist
Der Beitrag nimmt nur den Teil heraus, der dramatisch klingt: nachts wird es über Windparks wärmer.
Er lässt aber die entscheidende Einordnung weg:
- Windparks verändern lokal die Luftdurchmischung.
- Sie sind keine globale Wärmequelle.
- Der Effekt hängt von Tageszeit und Wetterlage ab.
- Tagsüber kann der Effekt schwächer oder sogar gegenteilig sein.
- Aus der Studie folgt nicht, dass Windparks den Klimawandel verursachen.
Das ist der Unterschied zwischen einem echten Studienbefund und einer falschen politischen Schlussfolgerung.
Tagsüber sieht es anders aus
Wichtig ist: Windparks wirken nicht rund um die Uhr gleich.

Nachts kann die Durchmischung wärmere Luft nach unten bringen. Tagsüber ist die Luft durch Sonne und Wind meist ohnehin stärker durchmischt. Dann ist der Effekt oft schwächer, unklarer oder kann auch in Richtung Abkühlung gehen.
Wer also nur sagt „Windparks heizen die Nacht auf“, nennt zwar einen Teil der Studie. Wer daraus aber macht „Windparks heizen das Klima auf“, führt in die Irre.
Lokal ist nicht global
Der vielleicht wichtigste Punkt ist dieser:
Die Studie spricht über Temperaturen direkt über oder nahe Windparks.
Sie spricht nicht über die globale Erwärmung der Erde.
CO₂ wirkt anders. CO₂ verändert die Strahlungsbilanz der Erde. Dadurch bleibt mehr Wärme im Klimasystem. Das ist ein globaler Effekt.
Windparks verändern lokal Luftbewegungen. Das ist ein anderer Prozess.
Beides kann gleichzeitig stimmen: Windparks können lokal messbare Effekte haben. Und Treibhausgase treiben die globale Erwärmung.
Fazit
Die Studie zeigt einen echten Effekt: Große Windparks können nachts lokal die Temperatur am Boden erhöhen, weil ihre Rotoren Luftschichten durchmischen.
Sie zeigt aber nicht, dass Windparks den Klimawandel verursachen. Sie zeigt auch nicht, dass CO₂ entlastet wäre. Und sie beweist nicht, dass Windkraft als Klimaschutz sinnlos ist.
Der Beitrag macht aus einem lokalen Mikroklima-Effekt eine große Anti-Klimaschutz-Erzählung. Genau darin liegt die Irreführung.
Nature Climate Change
2012
Nature Communications
2014
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
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