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Wer soll Pogacar nur schlagen?: Die Tour de France sucht dringend einen Spannungsmacher

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 2, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Wer soll Pogacar nur schlagen?

Die Tour de France sucht dringend einen Spannungsmacher

02.07.2026 | 14:10 Uhr

Tadej Pogacar will sich bei der Tour de France zu den Rekordsiegern gesellen. Der Rad-König befindet sich in beängstigender Form. Wer soll ihn nur schlagen?

Ausgerechnet der deutsche Teamkollege von Radsport-Dominator Tadej Pogacar macht den Zuschauern Hoffnung auf eine fesselnde Tour de France. Nils Politt, Edelhelfer des slowenischen Champions, frohlockte vor dem Start der 113. Ausgabe am Samstag in Barcelona: „Bei der Gesamtwertung können sich die Fans auf eine spannende Tour freuen.“

Aber können der Däne Jonas Vingegaard und der Deutsche Florian Lipowitz bei einem verletzungs- und sturzfreien Verlauf für Pogacar dem Ausnahmefahrer überhaupt Paroli bieten? Funktionäre und Experten rechnen mit Blick auf das Gesamtklassement eher mit einer weniger aufregenden Tour. „Wenn alles normal läuft aus seiner Sicht, wird es verdammt schwer, ihn überhaupt herauszufordern“, sagte Red-Bull-Teamchef Ralph Denk über den Weltmeister. „Es ist schon beeindruckend, wie er fährt“, fügte er hinzu.

Viele fürchten, dass nur ein Sturz oder eine Erkrankung den Star stoppen kann. „Jedes Jahr weiß man am Start, dass in drei Wochen alles passieren kann“, sagte Pogacar. Das mache die Tour so besonders. „Die Tour de France ist jedes Jahr die größte Herausforderung der Saison und gleichzeitig das Rennen, das uns am meisten motiviert.“ Er fühle sich gut und freue sich auf die Tour, stellte er klar. Politt, der seine zehnte Tour angeht, versicherte vor dem Auftakt-Mannschaftszeitfahren am Samstag (17.05 Uhr): „Wir haben gut trainiert und sind alle gut drauf. Aber die Tour ist drei Wochen lang, da kann alles passieren.“

Pogacar räumt bei Klassikern ab

In den vergangenen Monat blieb Pogacar von Verletzungen verschont. Vielmehr dominierte er das Radsport-Frühjahr. Überall hinterließ der Weltmeister einmal mehr staunende und ungläubige Gesichter. Er siegte in Italien beim Schotterrennen Strade Bianche, dem Klassiker Mailand-Sanremo, dann bei der Flandern-Rundfahrt und Lüttich-Bastogne-Lüttich. Lediglich bei Paris-Roubaix musste er sich auf dem Kopfsteinpflaster als Zweiter dem Belgier Wout van Aert geschlagen geben. Nach seinem Sieg bei der Romandie-Tour gewann er auch souverän die Tour de Suisse.

Denk, der jede Etappe der Tour de Suisse verfolgte, ist beeindruckt, mit welcher Entschlossenheit Pogacar auftrat. Zumal er sich auch nicht durch den schweren Sturz seiner Freundin Urska Zigart bei der Frauen-Ausgabe der Tour de Suisse aus der Ruhe habe bringen lassen. Pogacar steht vor dem nächsten Karriere-Meilenstein: Er kann mit seinem möglichen fünften Gesamtsieg bei der Tour dem exklusiven Club um die Idole Eddy Merckx, Bernard Hinault, Jacques Anquetil und Miguel Indurain beitreten. Zudem wäre es sein dritter Tour-Coup nacheinander, mit dem er seine Übermacht weiter zementieren würde.

Schon 50 Mal fuhr er im gelben Führungstrikot bei der Tour. Bei dieser Ausgabe dürften wohl einige dazukommen. Der 27-Jährige kann auf schlagkräftige Unterstützung durch den Kölner Politt, den mexikanischen Profi Isaac del Toro und den Briten Adam Yates zählen.

Frankreich hofft auf Supertalent

Wer soll Pogacar stoppen? Spannend wird, wie gefährlich ihm der deutsche Rad-Star Florian Lipowitz werden kann. Bei der Romandie zeigte Lipowitz, dass er mithalten kann und wurde 42 Sekunden hinter Pogacar Zweiter. Die Augen der Fans im Gastgeberland Frankreich richten sich vor allem auf Hoffnungsträger Paul Seixas, der langfristig Bernard Hinault beerben und dem Land den ersten Sieg bei der Tour de France seit 1985 bescheren soll. Seixas wurde bei Strade Bianche und Lüttich-Bastogne-Lüttich jeweils Zweiter hinter Pogacar. Bis zum Gipfel der Redoute konnte er in Belgien mit dem Slowenen mithalten.

Der wohl aussichtsreichste Widersacher ist aber wieder einmal der dänische Star Jonas Vingegaard. Zweimal gewann er bereits die Tour, doch bei den vergangenen beiden Ausgaben wurde er jeweils Zweiter hinter Pogacar. Zumindest reist er mit mächtig Rückenwind durch den Sieg beim Giro d’Italia im Mai in die katalanische Hafenmetropole.

Und Vingegaard erreichte bislang etwas, das Pogacar nicht schaffte: Der 29-Jährige gewann alle drei großen Landesrundfahrten bestehend aus Tour, Giro und der spanischen Vuelta. Letzterer Sieg fehlt noch in der jetzt schon üppigen Trophäensammlung Pogacars. Bislang ist der Start bei der Vuelta nicht in seinem Rennkalender vorgesehen. Aber die Gerüchte, wonach eine Teilnahme wohl noch nicht komplett vom Tisch ist, verstummen nicht.

Verwendete Quellen: ntv.de, Felix Schröder und David Langenbein, dpa

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