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Startseite»Nachrichten»Millionen für deutschen Staat: Heckler & Koch zahlt Strafe wegen illegaler Mexiko-Geschäfte
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Millionen für deutschen Staat: Heckler & Koch zahlt Strafe wegen illegaler Mexiko-Geschäfte

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 7, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Millionen für deutschen StaatHeckler & Koch zahlt Strafe wegen illegaler Mexiko-Geschäfte

Ein bei einer Razzia beschlagnahmtes G36C-Sturmgewehr von Heckler & Koch im mexikanischen Bundesstaat Guerrero, 2015. (Foto: REUTERS)

Sturmgewehre von Heckler & Koch finden zwischen 2006 und 2009 illegal ihren Weg in mexikanische Unruhe-Regionen. Nach einem jahrelangen Tauziehen zahlt der Waffenhersteller dafür nun eine Strafzahlung in Millionenhöhe. Ein Kritiker des Unternehmens spricht von einer Verzögerungstaktik.

Mehrere Jahre nach Urteilen des Bundesgerichtshofs hat der Waffenhersteller Heckler & Koch ein düsteres Kapitel seiner Firmengeschichte geschlossen. Man habe im Mai eine Strafzahlung von 3,7 Millionen Euro an die deutsche Staatskasse geleistet, teilte die Firma am Rande ihrer Hauptversammlung in Oberndorf mit und bezog sich dabei auf illegale Waffengeschäfte mit Mexiko. Auf die Frage, warum das erst jetzt geschehen sei, hieß es, dass man auf dem Rechtsweg finanzielle Fragen habe prüfen lassen. Dieser Rechtsweg sei ausgeschöpft worden. 

Der Waffenhersteller hatte laut BGH von 2006 bis 2009 mehr als 4200 Sturmgewehre vom Typ G36 samt Zubehör für insgesamt rund 3,7 Millionen Euro an Mexiko verkauft. Damit sollten Polizisten ausgerüstet werden. Weil jedoch absehbar war, dass deutsche Behörden keine Lieferungen in Bundesstaaten genehmigen würden, in denen Menschenrechte verletzt werden, wurden wahrheitswidrig nur unkritische Provinzen als Empfänger genannt. Tatsächlich verkaufte die mexikanische Beschaffungsstelle die Waffen allerdings in Unruheregionen. 

Das Landgericht Stuttgart verurteilte einen früheren Vertriebsleiter und eine ehemalige Sachbearbeiterin im Jahr 2019 zu Bewährungsstrafen. Drei andere Angeklagte, darunter zwei Ex-Geschäftsführer, sprach es frei. Außerdem ordnete es eine Abschöpfung von Gewinnen bei Heckler & Koch an. Der BGH bestätigte diese Entscheidungen 2021, Detailfragen klärten die Karlsruher Richter 2024. 

Heckler & Koch hatte in den vergangenen Jahren auf dem Rechtsweg versucht, den Betrag zu drücken und argumentiert, dass es die Gewinne aus dem Mexiko-Geschäft damals versteuert habe. Die gezahlten Steuern sollten gewissermaßen abgezogen werden von dem Betrag, der noch zu zahlen war. Mit diesem Anliegen erlitt die Firma vor Gericht Schiffbruch; nun hat es die 3,7 Millionen Euro eigenen Angaben zufolge bezahlt.

Der Pazifist Jürgen Grässlin, der als Kleinaktionär an der Hauptversammlung teilnahm und den Aktionärstreff als Bühne für Kritik an der Firma nutzte, wirft Heckler & Koch eine Verzögerungstaktik vor, um möglichst wenig Geld zu zahlen für die Verfehlungen in Mexiko. „Es ist lächerlich und beschämend für ein Unternehmen, das jedes Jahr dreistellige Millionenumsätze macht und hochprofitabel ist.“ Einerseits betone Heckler & Koch in der Öffentlichkeit, wie wichtig ihnen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit seien. „Andererseits feilscht sie auf dem Rechtsweg um jeden Euro – das ist unwürdig“, sagt Grässlin, Sprecher der Kritischen Aktionär*innen Heckler & Koch.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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