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Bezirk spendiert „Flascherl“: Wiener Hundebesitzer sollen Urin wegspülen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 11, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Bezirk spendiert „Flascherl“Wiener Hundebesitzer sollen Urin wegspülen

Für Hunde ein natürlicher Kommunikationsakt, für Stadtbäume ein Problem: das Beinheben. (Foto: picture alliance/dpa)

600 Hunde leben im Wiener Stadtteil Neubau. Für die Bäume dort bedeutet das Stress. Das Bezirksamt will mit Gratis-Wasserflaschen Abhilfe schaffen. Andere Länder machen es vor.

Hundebesitzer im Wiener Bezirk Neubau können künftig zum Gassigehen nicht nur eine Tüte fürs Häufchen mitnehmen, sondern auch eine Wasserflasche. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete, startet am Montag das Projekt „Schönes Gassi“ in dem dicht bebauten Stadtteil, in dem rund 600 Hunde leben. Herrchen oder Frauchen können dann beim Bezirksamt gratis eine Wasserflasche abholen, um beim Gassigehen den Urin wegzuspülen.

Hintergrund der Aktion: Das Beinheben am Baum, für Hunde ein natürlicher Kommunikationsakt, bedeute für die Stadtbäume Stress. Der Urin der Tiere verätze die Rinde, schwäche die Schutzschicht und könne dazu führen, dass Krankheitserreger oder Pilze in den Stamm eindringen, zitierte APA die Initiatorinnen des Projekts. Folge könnten Fäulnis und im schlimmsten Fall eine gefährdete Standfestigkeit eines Baumes sein. Im Stadtteil Neubau seien in den vergangenen zehn Jahren rund 200 neue Bäume gepflanzt worden, von denen jeder einzelne wichtig für Schatten, Kühlung und ein angenehmes Mikroklima sei.

Die Methode mit dem „Flascherl“ wird laut APA bereits in Spanien, Italien, der Schweiz und Japan angewandt. Hundebesitzerinnen und -besitzer nehmen eine kleine Flasche mit Leitungswasser mit und verdünnen den Urin ihres Hundes direkt nach dem Wasserlassen. Frischer Urin ist demnach gut wasserlöslich und die Verdünnung reduziert die Konzentration von Ammoniak und anderen schädlichen Stoffen deutlich.

„Wir brauchen in Wien weder eine Stadt voller Hundeverbote noch eine Stadt, in der Hunde überall hinpinkeln dürfen“, zitierte APA die Hundetrainerin Conny Sporrer. „Was wir brauchen, sind Rücksichtnahme, Aufklärung und ausreichend geeignete Möglichkeiten für Hunde, sich zu lösen.“

Quelle: ntv.de, chl/AFP

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