„Feind greift die Hauptstadt an“Russland attackiert Metropole Kiew mit ballistischen Raketen
Wolodymyr Selenskyj will Donald Trump am Rande des Nato-Gipfels treffen. Dabei soll es auch um Flugabwehr gehen, welche der Ukraine fehlt – wie sich in der Nacht erneut zeigt. Russische Raketen lösen in Kiew Brände aus.
Während in der Türkei der Nato-Gipfel begonnen hat, ist die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht erneut von Russland mit ballistischen Raketen angegriffen worden. Kurz nach Mitternacht Ortszeit erschütterten mehrere Explosionen die Dreimillionenstadt. Im Zentrum Kiews war Brandgeruch spürbar, wie ein Reporter vor Ort berichtete. Bürgermeister Vitali Klitschko informierte bei Telegram über mehrere Brände in zwei Stadtteilen. Der Luftalarm wurde erst mit Verzögerung nach den ersten Explosionen ausgelöst.
„Der Feind greift die Hauptstadt mit ballistischen Raketen an. Bleiben Sie in den Schutzräumen“, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram. Durch die russischen Angriffe gerieten Klitschko zufolge mehrere Lagerhallen sowie ein weiteres „Nicht-Wohngebäude“ in Brand.
Auch die ostukrainische Großstadt Charkiw wurde Behördenangaben zufolge in der Nacht angegriffen. In zwei Bezirken wurden Raketeneinschläge registriert, wie Bürgermeister Ihor Terechow bei Telegram mitteilte. Mehr als zehn Häuser seien beschädigt worden.
Am Rande des Nato-Gipfels werden Gespräche zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump in Ankara erwartet. Selenskyj will vor allem größere Lieferungen dringend benötigter Patriot-Flugabwehrraketen zur Abwehr russischer ballistischer Raketen erreichen. Binnen einer Woche wurde Kiew bereits zum dritten Mal vom russischen Militär mit derartigen Raketen angegriffen.
Am Dienstag kündigten die europäischen Nato-Partner und Kanada in Ankara bereits neue Rüstungsgeschäfte in Milliardenhöhe an. In diesem und im kommenden Jahr werde Kiew mit jeweils 70 Milliarden Euro unterstützt. Diese Summe von zusammengerechnet 140 Milliarden Euro beinhaltet bereits die rund 60 Milliarden Euro an Militärhilfe, welche die EU der Ukraine für 2026 und 2027 als Darlehen zugesagt hat.
