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Startseite»Nachrichten»Kritik am Verbot: Bericht: Türkei bestraft Ärzte wegen Kaiserschnitten
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Kritik am Verbot: Bericht: Türkei bestraft Ärzte wegen Kaiserschnitten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 12, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Kritik am VerbotBericht: Türkei bestraft Ärzte wegen Kaiserschnitten

Türkische Ärzte setzen häufig auf einen Kaiserschnitt, weil der Eingriff in der Regel schneller ist. (Foto: picture alliance / Zoonar)

Der türkische Präsident Erdogan will die Zahl der Kaiserschnitte in seinem Land senken. Daher sind seit 2025 Eingriffe ohne medizinische Begründung in privaten Kliniken verboten. Jetzt zeigen Medienberichte, wie diese Vorgaben Gynäkologen und medizinisches Personal treffen.

Nach der Ausführung von Kaiserschnitten sind in der Türkei laut einem Medienbericht mehr als 100 im Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe arbeitende Menschen mit Geldstrafen belegt oder von ihrer Tätigkeit entbunden worden. Die Zeitung „BirGün“ berief sich in ihrem Bericht auf Zahlen von Ärzteverbänden im ganzen Land. Bei den Beschäftigten hätten die Geldstrafen für Proteste gesorgt.

Die Ärztekammer von Antalya erklärte auf ihrer Website, dass Geburtshelferinnen und Geburtshelfer Verwarnungen erhalten hätten, sich Disziplinarverfahren hätten stellen müssen und vorübergehend von ihrer Tätigkeit suspendiert worden seien. Zudem hätten sie an Fortbildungen teilnehmen müssen.

Laut dem Nachrichtenportal „Diken“ wurde ein in einem Privatkrankenhaus in Sakarya nahe Istanbul beschäftigter Mensch auf Veranlassung des Gesundheitsministeriums wegen einer hohen Kaiserschnittrate entlassen und für sechs Monate von der Arbeit suspendiert. Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Tätigkeit sei eine Fortbildung und das Ablegen einer Prüfung.

Erdogan will Zahlen senken

Ayse Gültekingil vom türkischen Ärzteverband sagte „BirGün“, Strafen würden die hohe Rate von Kaiserschnitten in der Türkei nicht senken; diese sei „struktureller“ Art. „Die Kaiserschnittrate in der Türkei liegt bei mehr als 60 Prozent. Die Art der Entbindung spiegelt Probleme im türkischen Gesundheitssystem wider“, sagte sie.

Beschäftigte im türkischen Gesundheitsbereich verwiesen auf die Zeitersparnis eines Kaiserschnitts: Dieser dauere im Vergleich zu einer meist mehrere Stunden dauernden natürlichen Geburt im Schnitt nur 30 Minuten. Zudem gebe es bei Kaiserschnitten ein geringeres Risiko von Gerichtsverfahren im Falle von Komplikationen.

Präsident Recep Tayyip Erdogan, ein praktizierender Muslim, möchte die Zahl an Wunschkaiserschnitten im Land senken. Seine Regierung hatte im April 2025 Kaiserschnitte ohne medizinische Begründung in privaten Gesundheitseinrichtungen verboten. Zudem startete die Regierung eine Kampagne, um dem Geburtenrückgang im Land entgegenzuwirken. Die Türkei weist unter den 38 Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung die höchste Kaiserschnittrate auf. Im Jahr 2023 lag sie bei etwa 615 Eingriffen auf 1000 Lebendgeburten.

Quelle: ntv.de, mwa/AFP

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