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Deutsche Kämpfer verlieren: Boxlegende Sturm dankt mit Niederlage ab

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 12, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Deutsche Kämpfer verlieren

Boxlegende Sturm dankt mit Niederlage ab – Kadiru verpasst WM-Titel

Felix Sturm macht einen Haken hinter eine erfolgreiche, aber auch skandalgefütterte Boxkarriere. Bei seiner Abschiedsshow setzt es eine Niederlage. Schwergewichtler Peter Kadiru ist indes in Moskau im Kampf um einen WM-Titel chancenlos.

Profiboxer Felix Sturm hat sich mit einer unerwarteten Niederlage in den Ruhestand verabschiedet. Der fünfmalige Weltmeister verlor seinen Abschiedskampf in Stuttgart gegen den 14 Jahre jüngeren Granit Stein nach Punkten. Erst zum siebten Mal verließ der 47-Jährige den Ring als Verlierer, insgesamt bestritt er in seiner bewegten Profikarriere 56 Kämpfe – weitere sollen nicht dazu kommen. 

„Man wünscht sich einen anderen Abgang, aber so ist nunmal das Leben, Gott bestimmt etwas, und wir leben damit“, sagte Sturm im Ring: „Wenn man bei Siegen feiern kann, dann muss man auch Niederlagen wegstecken können. Am Ende zählt nur eine Sache: Ich hatte eine tolle Karriere, jetzt will ich nur noch Champion für meine Familie sein. Das Leben geht weiter, ich freue mich auf das, was kommt.“ Das Karriere-Ende habe er seiner Familie „versprochen“, das hatte Sturm schon vor dem Kampf gesagt, und dieses Versprechen will er halten: „Es gibt Dinge, die man nicht kaufen kann – dazu gehören Charakter und das eigene Wort.“

Unter dem Titel „One Last Dance“ lief die emotional aufbereitete Veranstaltung in der Porsche Arena, doch nicht wenige befanden schon im Vorfeld, dass Sturm sich einen durchaus schwierigen Gegner für den Ausstand ausgesucht hatte. Stein gilt als aggressiver Boxer, betrat den Ring mit einer Bilanz von 20 Siegen aus 23 Kämpfen.

In dem auf 10 Runden angelegten Duell war der 33-Jährige dann auch äußerst aktiv, sorgte mit seiner angriffslustigen Art gar für hitzige Stimmung in der Halle. Präziser und technisch stärker boxte Sturm. Der deutlich ältere Ex-Weltmeister zeigte schnelle Reflexe und landete auch ein paar Wirkungstreffer. Die Kampfrichter notierten aber trotz des nicht immer zielgerichteten Schlaghagels von Stein offenbar genügend Treffer für den Überraschungssieger. „Danke an Felix, dass er sich getraut hat, seinen letzten Kampf gegen mich zu bestreiten“, sagte er unter den Buhrufen des Publikums: „Er wusste, dass man bei mir auf Granit beißen kann.“

Für Sturm, bürgerlich Adnan Catic, endete damit eine Karriere, die mit fünf WM-Titeln (WBO, WBA und IBF) zahlreiche sportliche Höhepunkte aufweist, aber auch von Skandalen geprägt war. 2016 wurde er nach seinem WM-Sieg gegen den Russen Fjodor Tschudinow positiv auf das anabole Steroid Stanozolol getestet. Einen bewussten Dopingverstoß bestritt er, der Fall führte jedoch zu einem langjährigen Gerichtsverfahren. 2020 wurde Sturm zu drei Jahren Freiheitsstrafe wegen Steuerhinterziehung und versuchter Steuerhinterziehung, Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz sowie vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt.

Deutsche Schwergewichts-Hoffnung in Moskau chancenlos

Der Hamburger Schwergewichtler Peter Kadiru steckte bei seiner unverhofften WM-Chance in Moskau ebenfalls eine Niederlage ein.  musste sich am Samstag im Kampf um den Schwergewichtstitel nach Version der WBA dem Russen Murat Gassijew geschlagen geben, in Moskau war er gegen den Titelverteidiger ohne Chance: Trainer Christian Morales warf das Handtuch für seinen völlig entkräfteten Boxer, der quasi ohne Vorbereitung in den Ring gestiegen war. Für Kadiru war es der bislang größte Fight seiner Karriere, im 25. Profikampf zudem die zweite Niederlage.

Peter Kadiru hatte gegen Murat Gassijew keine Chance. (Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Für den deutschen Boxsport hatte sich beinahe aus dem Nichts die Chance auf den zweiten amtierenden Champion im Schwergewicht ergeben. Zuletzt war bereits Agit Kabayel zum WBC-Champion erklärt worden, weil Oleksandr Usyk seine Gürtel niedergelegt hatte. Und der Ukrainer war auch Wegbereiter für Kadirus plötzliche Chance: Auch den WBA-Gürtel hatte Usyk abgegeben, Gassijew stieg zum Titelträger auf. Der Russe sollte am Samstag dann eigentlich gegen den Franzosen Tony Yoka antreten, der aber verletzt passen musste. So rückte Kadiru nach.

„Der Kampf kam sehr, sehr kurzfristig. Wir hatten keine richtige Vorbereitung“, sagte Kadiru. Erst am vergangenen Montag hatte seine Agentur Ringside Zone über den Kampf informiert. Es sei dennoch sein „Moment“ – aber für Kadiru schien der Kampf schon ganz früh eine Ausdauerfrage zu werden. Der Linksausleger ließ sich von Gassijew schnell in die Seile drängen, wirkte inaktiv. Der Russe ging häufig auf den Körper, das kostete Kadiru weitere Kraft, die ersten drei Runden gab er recht deutlich ab.

In Runde vier, fünf und sechs versuchte Kadiru, aktiver zu sein, das Risiko zu erhöhen – bot damit aber noch mehr Angriffsfläche, geriet erneut in die Ringecke. Kadiru kassierte einige heftige Treffer und geriet ins Wanken, Trainer Morales brach den Kampf nach einer Minute der sechsten Runde ab, um seinen Sportler zu schützen.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar/sid

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