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Trotz Satzführung: Alexander Zverev verliert Wimbledon-Finale

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 12, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Trotz Satzführung

Alexander Zverev verliert Wimbledon-Finale

Deutschlands bester Tennisspieler Alexander Zverev verpasst den zweiten Grand-Slam-Erfolg in Serie: Im Finale von Wimbledon holt sich Zverev gegen Jannik Sinner den ersten Satz, dann dreht der Weltranglisten-Erste auf und gewinnt das Duell in vier Sätzen.

Der große Traum ist geplatzt: Alexander Zverev verliert das Finale von Wimbledon gegen Jannik Sinner.

London (SID) Alexander Zverev schleppte sich mit gesenktem Kopf ans Netz und gratulierte auch auf dem „heiligen Rasen“ von Wimbledon mal wieder seinem Angstgegner Jannik Sinner: Der Hamburger hat 35 Tage nach seiner Erlösung bei den French Open das nächste Kapitel Tennisgeschichte verpasst. Zverev verlor in einem spannenden Finale 7:6 (9:7), 6:7 (2:7), 3:6, 4:6 gegen den neuen und alten Champion Sinner, kassierte seine bereits zehnte Niederlage in Serie gegen den Dominator aus Südtirol – und ließ die Chance aus, sich 35 Jahre nach Michael Stich zum neuen „König“ beim Rasenklassiker zu krönen.

Vor den Augen von Bundeskanzler Friedrich Merz sowie Prinzessin Kate und Prinz William hätte Zverev als erst dritter Deutscher nach dem dreimaligen Champion Boris Becker und Stich im Londoner Stadtteil SW19 triumphieren können. Doch nach der nächsten bitteren Enttäuschung gegen Sinner, den Zverev einfach nicht knacken kann, geht das sehnsüchtige Warten weiter. Geschlechterübergreifend gewann zuletzt Angelique Kerber 2018 den Titel im All England Club. 

Nach seinem Befreiungsschlag in Paris war Zverev mit einem neuen Selbstvertrauen und „anderem Gefühl“ nach Wimbledon gereist. Zu dem Grand Slam, bei dem er bislang immer so verzweifelt war und es nie weiter als das Achtelfinale geschafft hatte. In diesem Jahr hatte Zverev dann zunächst alle Herausforderung kompromisslos aus dem Weg geräumt, auch seine Rasenallergie konnte ihn bei der Jagd nach dem nächsten Coup lange nicht stoppen – bis der Weltranglistenerste Sinner auf dem heiligsten aller Tennisplätze alle Träume von Zverev platzen ließ. Für den Deutschen war es die vierte Niederlage im fünften Major-Finale.

Zverev wäre der erste Spieler in der Open Era (seit 1968) gewesen, der nach seinem ersten Titel direkt beim folgenden Grand Slam den zweiten Sieg gefeiert hätte. Der 29-Jährige wäre zudem der 14. Spieler in der langen Geschichte des Sports gewesen, dem innerhalb weniger Wochen der „Ärmelkanal-Slam“ mit dem Titel-Doppelpack in Frankreich und England gelungen wäre. 

Als Trostpreis darf er sich zumindest über den Sprung auf Rang zwei der Weltrangliste, der ihm mit dem Einzug in das Endspiel gelungen war, und über ein stattliches Preisgeld in Höhe von umgerechnet 2,11 Millionen Euro freuen. Sinner meldete sich derweil nach seinem schockierenden Zweitrundenaus bei den French Open eindrucksvoll zurück und erhielt für seinen fünften Major-Titel umgerechnet 4,22 Millionen Euro. 

Neben Kate und William mit Sohn George und Tochter Charlotte wollte sich auch Bundeskanzler Merz das Spektakel live aus der Royal Box ansehen. „Es ist schon etwas Besonderes und ich hoffe, dass es dem deutschen Tennis auch wieder ein bisschen Aufschwung gibt“, sagte der CDU-Politiker unmittelbar vor Beginn bei Prime Video. 

Während Zverev bei windigen Bedingungen sofort mit seinem brachialen Service die Muskeln spielen ließ, fand Sinner nicht direkt sein höchstes Niveau. Die Entscheidung fiel aber erst im Tiebreak, in dem Zverev mit einem donnernden Vorhandwinner nach 14 verlorenen Durchgängen in Serie endlich wieder einen Satz gegen Sinner gewann – und anschließend seine Freude hinausbrüllte. Auch im zweiten Satz ging es über die volle Distanz, hier behielt aber nun Sinner die Oberhand.

Der Italiener war jetzt voll da. Trotzdem erspielte sich Zverev eine Breakchance – und erlebte einen großen Schreckmoment, als er ausrutschte, sein Knie überstreckte und mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen lag. Sinner ging sofort zu seinem Kontrahenten, der glücklicherweise weiterspielen konnte. Doch Zverevs Körpersprache war nun schlecht, und als er das erste Break des Matches kassierte, warf er wütend seinen Schläger auf den Boden. Im vierten Satz konnte er die drohende Niederlage dann nicht mehr verhindern.

Verwendete Quellen: ntv.de, ter/sid

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