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Startseite»Nachrichten»Auch Journalisten angegriffen: Bewaffnete Siedler halten US-Abgeordneten im Westjordanland fest
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Auch Journalisten angegriffen: Bewaffnete Siedler halten US-Abgeordneten im Westjordanland fest

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 13, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Auch Journalisten angegriffenBewaffnete Siedler halten US-Abgeordneten im Westjordanland fest

Bewaffnete Siedler blockieren die Weiterfahrt einer US-Delegation im Westjordanland. (Foto: via REUTERS)

Wegen zunehmender Gewalt gegen Palästinenser erwägt die EU schärfere Sanktionen gegen israelische Siedler. Am Wochenende werden im Westjordanland auch mehrere Journalistenteams attackiert. Siedler setzen sogar einen US-Abgeordneten fest – der berichtet von einer „Kultur der Unterdrückung“.

Vor EU-Beratungen über neue Sanktionen gegen israelische Siedler haben mehrere Vorfälle im von Israel besetzten Westjordanland für Aufsehen gesorgt. Bewaffnete Siedler nahmen dort den US-Kongressabgeordneten Ro Khanna fest und attackierten an anderer Stelle mehrere Journalistenteams mit Steinen und Metallstangen.

Khanna schrieb auf X: „Israelische Siedler, mit in den USA hergestellten M4-Waffen in der Hand, nahmen mich und andere US-Bürger auf meiner Reise nach Palästina fest.“ Als israelische Soldaten am Tatort eingetroffen seien, hätten diese sich „auf die Seite der Siedler gestellt und mit unserer Festnahme weitergemacht“, erklärte der US-Abgeordnete weiter.

Die israelische Armee wies die Angaben Khannas, sie habe sich ihm im Westjordanland in den Weg gestellt, zurück – der israelische Menschenrechtsaktivist Nadav Weiman bestätigte dessen Bericht allerdings. Zusammen mit den bewaffneten Siedlern habe die Armee die US-Delegation für „mehr als eine Stunde lang festgehalten“. Während er mit dem US-Politiker über die exponentielle Zunahme der Gewalt durch Siedler gesprochen habe, sei etwas geschehen, „das aussagekräftiger war als alle Worte“.

„Alles, worüber wir gesprochen hatten – die einschüchternde Präsenz bewaffneter israelischer Siedler, die offene Komplizenschaft israelischer Soldaten bei Gewalttaten und das absichtliche Versäumnis der Polizei, für Recht und Ordnung zu sorgen – all das spielte sich direkt vor unseren Augen ab“, schreibt Weiman in der israelischen Zeitung „Haaretz“.

„Völlige Straffreiheit“

Khanna sagte nach dem Vorfall, er habe „die Arroganz in den Augen dieser Siedler gesehen. 21- und 22-Jährige mit Waffen, die darüber lachten, dass sie uns festgenommen hatten. Die Arroganz dieser IDF-Soldaten, die mit meinen Steuergeldern finanziert werden.“ Die Israelis hätten keinerlei Respekt davor gehabt, dass sie Amerikaner vor sich hatten und sich ein Kongressabgeordneter unter den Festgehaltenen befand.

Khanna sagte, dass die Siedler im Westjordanland „völlige Straffreiheit“ genössen, was eine „Kultur der Unterdrückung“ geschaffen habe. „Wenn sie das mit einem amerikanischen Kongressabgeordneten machen können, was können sie dann erst den Palästinensern antun?“, fragte Khanna. In einer Videobotschaft berichtete der Demokrat von Begegnungen mit Palästinensern, die ihm von den Folgen des illegalen israelischen Siedlungsbaus und tödlichen Begegnungen mit israelischen Siedlern und Soldaten erzählt hätten.

Mehrere Journalistenteams berichteten am Wochenende auch von Attacken durch israelische Siedler im besetzten Westjordanland. Mit „Knüppeln, Steinen und einem Messer bewaffnet“ hätten diese den Journalisten den Weg versperrt und sie angegriffen, berichtete CNN-Reporter Jeremy Diamond auf X. Der Vorfall habe sich an dem Ort ereignet, wo Siedler vor einem Jahr einen US-Amerikaner zu Tode geprügelt hatten. Der 20-jährige Sayafollah Musallet, auch bekannt als Saif, wurde im Juli 2025 nördlich von Ramallah totgeschlagen.

Siedler greifen Journalisten an

„Als das CNN-Team und andere Journalisten losfahren wollten, blockierten vier Siedler die Straße mit ihrem Auto und versuchten, die Fahrzeuge am Weiterfahren zu hindern“, berichtete CNN auf seiner Website. „Die vier Siedler schwangen Holz- und Metallstangen und Steine. Ein Siedler fuchtelte mit einem Messer herum und versuchte, in die Reifen des CNN-Fahrzeugs zu stechen.“

Später sei die Gruppe auf ein anderes Fahrzeug mit Journalisten geklettert, das hinter dem CNN-Auto hergefahren sei, und habe dessen Windschutzscheibe zertrümmert. Mehrere auf X veröffentlichte Videos zeigen die Geschehnisse. Die israelische Polizei nahm nach eigenen Angaben vier Verdächtige fest.

Die EU-Außenminister kommen heute in Brüssel zusammen, um über Sanktionen gegen israelische Siedler im Westjordanland zu beraten. Die Gewalt gegen Palästinenser hat in den vergangenen Jahren und insbesondere seit Beginn des Iran-Kriegs noch einmal drastisch zugenommen. Den israelischen Sicherheitskräften wird vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen Siedlergewalt vorzugehen oder sich sogar auf die Seite aggressiver Siedler zu stellen.

Unter anderem Deutschland sieht neue Sanktionen gegen Israel kritisch. Die israelischen Siedlungen im Westjordanland sind nach internationalem Recht illegal.

Quelle: ntv.de, dsc/AFP/rts

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