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Startseite»Politik»Netflix nutzt KI in rund 300 Filmen und Serien
Politik

Netflix nutzt KI in rund 300 Filmen und Serien

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 17, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 17.07.2026 • 08:41 Uhr

Netflix hat allein in diesem Jahr bei rund 300 Filmen und Serien Künstliche Intelligenz eingesetzt. Der Streamingdienst sieht darin ein Werkzeug für Kreative. An der Börse herrscht derweil Skepsis.

Menschenmengen, historische Schlachten oder andere aufwendige Szenen: Für solche Sequenzen greift Netflix nach Angaben von Co-Chef Ted Sarandos inzwischen auf Künstliche Intelligenz (KI) zurück. Die Technologie sei allein in diesem Jahr bei rund 300 Filmen und Serien zum Einsatz gekommen.

Viele dieser Sequenzen wären aus Kosten- oder Zeitgründen sonst gar nicht gedreht worden, sagte Sarandos. Zugleich widersprach er der Vorstellung, KI könne Filmschaffende ersetzen. „Filme werden von Leuten gemacht, die Filme machen“, betonte der Netflix-Chef. KI sei lediglich ein Werkzeug, das Kreative unterstütze.

Umsatz und Gewinn legen weiter zu

Mit den Geschäftszahlen für das vergangene Quartal rückte auch die wirtschaftliche Entwicklung des Streamingdienstes in den Fokus. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 12,56 Milliarden Dollar. Der Gewinn erhöhte sich um knapp neun Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar, wie Netflix mitteilte.

„Unsere finanzielle Entwicklung ist weiterhin solide, und wir sind auf dem besten Weg, unsere Jahresziele zu erreichen“, hieß es in einem Brief an die Aktionäre.

Für das laufende Quartal stellte der Streamingdienst allerdings einen Umsatz in Aussicht, der leicht unter den Erwartungen von Analysten liegt. Zudem hob Netflix hervor, den Fokus künftig stärker auf Umsatz und operativen Gewinn statt auf Kennzahlen wie Abonnentenzahl oder Nutzungsdauer zu legen.

Weniger Daten über Beliebtheit von Filmen und Serien

Das bedeutet: Ab 2027 will Netflix seltener Daten zur Beliebtheit seiner Filme und Serien veröffentlichen. Statt wie bisher zweimal jährlich sollen entsprechende Zahlen nur noch einmal pro Jahr erscheinen.

Das Unternehmen argumentiert, dass die Zahl der gestreamten Stunden nicht zwangsläufig etwas über den wirtschaftlichen Erfolg aussage. So sorgten Live-Übertragungen zwar häufig für viele neue Abonnenten, erreichten insgesamt aber oft weniger Zuschauer als klassische Serien oder Filme.

Zuletzt hatten Daten von Marktforschern Zweifel ausgelöst, ob Netflix erfolgreiche Serien langfristig an sein Publikum binden kann. Demzufolge sinken die Zuschauerzahlen häufig ab der zweiten Staffel. Sarandos widersprach dieser Einschätzung und erklärte, die Rückgänge seien zuletzt geringer ausgefallen als im Vorjahr.

Anleger bleiben skeptisch

An der Börse kamen die Ergebnisse und der Ausblick nicht gut an. Die Netflix-Aktie verlor im nachbörslichen US-Handel zeitweise rund acht bis neun Prozent. Das Papier hatte bereits in den vergangenen Monaten mehr als 40 Prozent seines Werts verloren.

Investoren sorgen sich unter anderem um das Wachstumspotenzial des Unternehmens in einem zunehmend umkämpften Streamingmarkt. Neben Konkurrenten wie Disney und Paramount konkurriert Netflix inzwischen auch stärker mit Plattformen wie YouTube und TikTok um die Aufmerksamkeit der Nutzer.

Für Sorgen bei den Anlegern sorgte auch ein gescheiterter Übernahmeversuch. Netflix wollte den Hollywood-Konzern Warner Bros. übernehmen, unterlag im Bieterverfahren aber dem Konkurrenten Paramount. Einige Investoren interpretierten den Vorstoß als Zeichen dafür, dass der Streamingdienst nach neuen Wachstumsmöglichkeiten sucht.

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