Sie postet jeden Tag. Frühstücksbowls, Trainingsvideos, ehrliche Worte über schlechte Tage. Hunderttausende folgen ihr, die Kommentare sind voller Dankbarkeit: „Du hast mein Leben verändert.“ Sie empfiehlt Nahrungsergänzungsmittel, eine Trading-App, einen Onlinekurs.
Sie hat nur ein Problem: Es gibt sie nicht. Gesicht, Stimme, Wohnung, Lebensgeschichte – alles KI-generiert.
KI-Influencer sind das jüngste Gesicht der Lüge, und wir haben in eigenen Beiträgen dokumentiert (HIER und HIER), wie diese Fake-Personas funktionieren. Was als technische Spielerei begann, ist ein Geschäftsmodell geworden: Eine erfundene Person baut über Monate eine Beziehung zu ihrem Publikum auf, Vertrauen, Nähe, das Gefühl, sie zu kennen. Und dann wird dieses Vertrauen verkauft, an dubiose Produkte, fragwürdige Finanzangebote oder schlicht an den Meistbietenden.
Das Perfide daran: Die Empfehlung eines Influencers wirkt wie die Empfehlung einer Freundin, das ist der ganze Kern des Geschäfts. Bei einem echten Menschen haftet an dieser Empfehlung wenigstens ein Name, ein Gesicht, eine Verantwortung. Bei einer KI-Persona haftet niemand. Geht das beworbene Produkt schief, verschwindet das Profil und taucht unter neuem Namen wieder auf, mit neuem Gesicht aus dem Generator.

Und es geht um mehr als Kaufempfehlungen. Wer eine Million erfundene Follower steuern kann, kann auch Meinungen steuern. Fake-Personas mit großer Reichweite können Stimmungen erzeugen, Empörungswellen anschieben und den Eindruck erwecken, „alle“ dächten etwas, das in Wahrheit aus einem Rechenzentrum kommt. Die Frage, wer im Netz überhaupt ein Mensch ist, wird damit zur demokratischen Frage: Öffentliche Meinung setzt voraus, dass hinter den Stimmen Menschen stehen.
Woran du KI-Personas erkennen kannst: Achte auf das Zusammenspiel der Details. Tauchen dieselben Hände, Räume oder Schmuckstücke in leicht veränderter Form auf? Gibt es die Person außerhalb ihrer eigenen Kanäle, Auftritte, Interviews, Fotos von Dritten? Wirken die Kommentare unter den Beiträgen echt, oder klingen sie wie aus einem Baukasten? Und bei jeder Kauf- oder Investmentempfehlung, egal von wem: Prüfe das Produkt, nicht das Gesicht, das es empfiehlt.
Wir schauen hinter die Profile, damit du weißt, wem du folgst. Ein Euro unterstützt genau diesen Blick: mimikama.org/1eurodemokratie
Eine Lüge braucht Sekunden. Die Wahrheit braucht dich.
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)
