Das Medienunternehmen von US-Präsident Trump plant einen kostenpflichtigen Premiumzugriff zu Beiträgen auf Truth Social. Finanzfirmen sollen davon profitieren. Kritiker beklagen „Ausnutzung staatlicher Macht“.
US-Präsident Donald Trump will seine Online-Botschaften zu Geld machen. Sein Medienunternehmen Trump Media kündigte an, dass es gegen Bezahlung einen schnelleren Zugang zu den reichweitenstärksten Konten auf Trumps Social-Media-Plattform Truth Social geben soll.
Der US-Präsident veröffentlicht fast täglich mehrere Beiträge, mit denen er weltweit zu den unterschiedlichsten Themen für Schlagzeilen sorgt.
Angebot richtet sich an Finanzbranche
Das neue Angebot soll den Angaben zufolge am 1. August starten. Es richte sich vor allem an Börsenhändler und Finanznachrichtenanbieter, die auf entscheidende Zeitvorteile angewiesen sind.
Kunden könnten dadurch von anschließenden Kursbewegungen bei Aktien, Anleihen und Zinssätzen profitieren. „Die Märkte reagieren bereits jetzt auf Beiträge bei Truth Social“, sagte Kevin McGurn, Interimschef der Trump Media and Technology Group.
„Unangemessene Ausnutzung staatlicher Macht“
Kritiker werfen Trump immer wieder vor, seine Präsidentschaft zum privaten Geldmachen auszunutzen.
„Er verkauft beschleunigten, privilegierten Zugang zu Informationen darüber, was er als Präsident tut“, sagte Kathleen Clark, Professorin an der Washington University School of Law und Expertin für Regeln zu Interessenkonflikten in der Regierung. „Das ist eine weitere dreiste Form der Korruption – eine unangemessene Ausnutzung staatlicher Macht, um sich selbst zu bereichern.“
Das Unternehmen der Trump-Familie wollte sich nicht dazu äußern, ob mit der neuen Funktion von Trumps Präsidentschaft profitiert werden soll.
