Nach Einigung mit BeirutIsraels Armee startet Truppenabzug-Pilotprojekt im Südlibanon
Im Kampf gegen die Hisbollah-Miliz kontrolliert die israelische Armee Teile des Südlibanons. Ein neues Abkommen sieht den Abzug der Truppen vor. In einzelnen Zonen will Israel nun testen, ob Beirut seinen Teil der Vereinbarung einhält.
Die libanesische Armee hat nach eigenen Angaben mit der Verlegung von Truppen in die Ortschaft Sautar al-Gharbija im Rahmen einer Sicherheitsvereinbarung mit Israel begonnen. Die Ortschaft ist eine von drei sogenannten Pilotzonen im Südlibanon. Hier soll ein Abzug der weiterhin im Libanon stationierten israelischen Truppen getestet werden.
In diesen Zonen sollen die libanesischen Streitkräfte die Kontrolle übernehmen und die Hisbollah entwaffnen, während sich die israelische Armee gleichzeitig schrittweise zurückzieht. Die Pilotzonen sollen zeigen, ob dieser Ablauf in der Praxis funktioniert, bevor das Vorgehen auf weitere Gebiete ausgeweitet wird. In den beiden anderen Pilotzonen, den Ortschaften Froun und Srifa, ist die libanesische Armee bereits präsent.
Libanesische Anwohner in denen als Pilotzonen ausgezeichneten Orten zweifelten die Absichten des Plans in ihren Dörfern an. Diese Gebiete seien nicht von Israel besetzt, sondern vielmehr dessen Beschuss ausgesetzt gewesen, sagten Bewohner. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, die israelische Armee hätte in Sautar al-Gharbija keine festen Stützpunkte unterhalten, sondern habe das Gebiet üblicherweise betreten und wieder verlassen.
Im Rahmen direkter Gespräche zwischen Israel und dem Libanon haben sich die eigentlich verfeindeten Nachbarstaaten zuletzt auf eine Rahmenvereinbarung geeinigt. Darin wurde ausgemacht, dass die Hisbollah entwaffnet werden und die israelische Armee aus dem Südlibanon abziehen soll.
Die Hisbollah lehnt die Vereinbarung allerdings ab. Sie war nicht an den Gesprächen beteiligt. Sie fordert zunächst einen kompletten israelischen Abzug. Libanons Präsident Joseph Aoun ist derzeit in der US-Hauptstadt Washington. Dort trifft er heute auf US-Präsident Donald Trump.
