Wegen der Waldbrände an der französischen Atlantikküste müssen Zehntausende Menschen evakuiert werden, inzwischen werden dafür auch Schiffe eingesetzt. Eines der beiden großen Feuer ist auf die Größe von Paris angewachsen.
Mehr als 65.000 Menschen mussten wegen der schweren Waldbrände an der französischen Atlantikküste bislang ihre Häuser verlassen. An der Küste bei Bordeaux, am Becken von Arcachon, mussten bislang etwa 44.000 Menschen evakuiert werden, wie Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez sagte – dafür wurden auch Schiffe eingesetzt.
Das Feuer hat sich nach Behördenangaben inzwischen auf 12.500 Hektar ausgedehnt, eine Fläche knapp so groß wie Paris. Mehr als 50 Gebäude und ein Campingplatz wurden von den Flammen zerstört. Aus der Bevölkerung kam bislang niemand zu Schaden, allerdings wurden 42 Feuerwehrleute verletzt.
Insgesamt kämpfen in der Region 1.500 Feuerwehrfrauen und -männer gegen den Brand. Unterstützt werden sie von einer großen Zahl an Löschflugzeugen.
Brennender Lkw Ursprung von zweitem Großbrand
Ein weiterer Brand südlich von Bordeaux, in der Gegend um Biscarosse, hält ebenfalls Feuerwehr, Einwohner und Urlauber in Atem. Dort hatte ein Lieferwagen wahrscheinlich wegen eines technischen Defekts Feuer gefangen. Die Flammen griffen schnell auf die Natur über und haben sich laut Minister Nuñez inzwischen auf 2.500 Hektar Fläche ausgedehnt. 100 Häuser wurden durch den Brand beschädigt, 700 Feuerwehrleute sind im Einsatz. 23.000 Menschen wurden bislang evakuiert – vor allem von Campingplätzen und aus Urlaubsquartieren.
In der beliebten Ferienregion um Bordeaux, Biscarosse und Arcachon sind Tausende Touristen betroffen. Wann sie in ihre Quartiere zurückkönnen, ist offen. Vorläufig kamen sie in Notunterkünften und Ausweichquartieren in angrenzenden Urlaubsorten unter. In Bordeaux wurde auch eine Messehalle zur Einquartierung evakuierter Touristen geöffnet. Die Gendarmerie koordiniert die Evakuierungen und bewacht die verwaisten Campingplätze und Ferienzentren, wo viele Menschen Wohnwagen und Zelte zurücklassen mussten.
Weiter Wind und hohe Temperaturen
Die Lage zur Eindämmung und Bekämpfung der Brände bleibt schwierig. Es werden erneut Temperaturen von bis zu 39 Grad in der Region erwartet. Außerdem weht Wind und die Lage bleibt weiter sehr unbeständig und ungünstig.
Unterstützung bekommt Frankreich über den Hilfsmechanismus der Europäischen Union. Wie Präsident Emmanuel Macron erklärte, kämen unter anderem zwei Löschflugzeuge aus Kroatien sowie Hubschrauber aus Tschechien und der Slowakei zu Hilfe. Außerdem rüstet Frankreich kurzfristig ein großes Militärtransportflugzeug des Typs Airbus A400M für Löscheinsätze um, das schon binnen einiger Tage einsatzbereit sein soll.
Die Waldbrände treffen Frankreich dieses Jahr besonders hart. Wie Nuñez sagte, seien bislang bereits 50.000 Hektar Fläche betroffen, dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum.
