„Zur Rechenschaft ziehen“
Aus für „schäbigen Deal“: UEFA greift Gianni Infantino aggressiv an
01.08.2026 | 12:25 Uhr
Mit ihrer aggressiven Boykott-Androhung setzt die UEFA den FIFA-Boss Gianni Infantino und dessen Investorenpläne für die WM massiv unter Druck. Weil andere Verbände sich ebenfalls quer stellen, knickt Infantino ein. Die UEFA ist erfreut, schießt aber erneut scharf.
Die Europäische Fußball-Union UEFA hat nach dem vorläufigen Ende der FIFA-Investorenpläne mit erstaunlich deutlichen Worten einen Kulturwechsel im Weltverband gefordert. Dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino warf die UEFA vor, einen „schäbigen und undurchsichtigen Deal“ eingefädelt zu haben.
„Die aktuelle FIFA-Führung hat nicht nur das Vertrauen der UEFA, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie verloren“, hieß es in einer UEFA-Stellungnahme am Samstagmittag: „Wir können nicht länger so weitermachen mit geheimen, in Windeseile durchgepeitschten Plänen, die von anonymen Akteuren ausgeheckt werden und dem Fußball nur zweifelhaften Nutzen bringen. Wir müssen die Verantwortlichen ermitteln und zur Rechenschaft ziehen.“
Die UEFA dankte all jenen, „die dem FIFA-Präsidenten deutlich gemacht haben, dass Fußball nicht käuflich ist“. Es sei „ein Sieg für den gesamten Fußball. Doch das darf nicht das Ende der Geschichte sein“.
„Beide Versprechen nicht eingehalten“
Infantino warf der UEFA zudem vor, gegen zwei seiner Wahlversprechen eklatant verstoßen zu haben: Der Schweizer hatte 2015 Transparenz angekündigt sowie die Verwendung der FIFA-Gelder zum Wohle sowie zur Entwicklung des Fußballs.
„Beide Versprechen hat er nicht eingehalten. Der schäbige, hinter verschlossenen Türen ausgehandelte und undurchsichtige Deal, den er durchzusetzen versuchte, war alles andere als transparent. Und trotz Reserven von über fünf Milliarden Dollar hat er es auch versäumt, das Geld der Verbände zum Wohle des Fußballs einzusetzen“, hieß es in dem Statement.
Deshalb werde die UEFA „unverzüglich mit Partnern und Interessensgruppen weltweit und aus allen Bereichen des Fußballs zusammenarbeiten, um einen neuen Weg für die Verteilung der Ressourcen im Rahmen des bestehenden FIFA Forward-Programms vorzuschlagen“. Das sei ein Sieg für das ganze Spiel, schrieb die UEFA. „Aber es darf nicht das Ende der Geschichte sein. Der Vorschlag wurde zurückgenommen. Die Aufgabe, das Vertrauen in die FIFA wieder aufzubauen, hat gerade erst begonnen.“
Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid
