Er will es noch mal wissen: Der 80-jährige Lula da Silva tritt erneut bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien an. Er sei topfit, betonte er bei seiner Nominierung. Sein wichtigster Konkurrent steht bereits fest.
Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist von seiner Arbeiterpartei (PT) als Kandidat für eine vierte Amtszeit nominiert worden. Laut Verfassung darf ein Präsident einmal direkt für eine zweite Amtszeit in Folge wiedergewählt werden. Lula ist seit 2023 erneut Präsident und hatte das Amt bereits von 2003 bis 2010 inne. Bei einem Wahlsieg würde er seine vierte Amtszeit insgesamt antreten. Erneut soll Geraldo Alckmin sein Vizepräsident werden.
„Ich bin unendlich viel besser in Form als damals, als ich 57 Jahre alt war und mein erstes Amt antrat. Ich bin topfit“, sagte der 80-Jährige bei dem Parteitag in São Paulo. Er kündigte an, die Verteidigungsindustrie stärken und die seltenen Bodenschätze des Landes schützen zu wollen. „Weder Chinesen noch Amerikaner noch Franzosen werden diese Ressourcen anfassen“, sagte er.
Lula ist es gelungen, zentristische Parteien auf seine Seite zu ziehen. Seine Popularität in den Umfragen ist in den vergangenen sechs Monaten gestiegen. Im Wahlkampf setzt er vor allem auf eine Einkommensteuerreform zur Entlastung niedriger Einkommen sowie auf ein Programm zum Schuldenerlass.
Die Präsidentenwahl in der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas findet am 4. Oktober statt. Wenn kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht, gibt es eine Stichwahl am 25. Oktober.
Bolsonaro hat wichtige Fürsprecher
Lulas wichtigster Herausforderer ist Flávio Bolsonaro. Der älteste Sohn des wegen eines versuchten Staatsstreichs verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro wurde vergangene Woche von dessen Liberaler Partei (PL) als Kandidat nominiert. Die Familie Bolsonaro pflegt enge politische Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump. Auch der argentinische Präsident Javier Milei sowie der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprechen sich für Bolsonaro aus.
Flávio Bolsonaro gilt allerdings als weniger populär als sein Vater und kann bislang nicht auf die geschlossene Unterstützung des konservativen Lagers zählen.
