Er wurde als jüngster schwarzer Professor in Cambridge gefeiert. Nun ist Jason Arday laut Medienberichten gestorben. Erst vor wenigen Tagen hatte er nach Plagiatsvorwürfen seinen Rücktritt erklärt.
Der frühere Professor der Universität Cambridge, Jason Arday, ist Medienberichten zufolge tot aufgefunden worden. Das berichteten der Sender Sky News sowie die BBC.
Die Londoner Metropolitan Police bestätigte dies nicht. Sie teilte aber mit, ein 41-jähriger Mann sei im Südwesten Londons für tot erklärt worden. Zum jetzigen Zeitpunkt werde sein Tod als unerwartet eingestuft, es gebe jedoch keinen Grund zu der Annahme, dass ein Verbrechen vorliege, zitierte die Nachrichtenagentur PA die Polizei. Der Fall werde weiter untersucht. Die Polizei nennt in Großbritannien grundsätzlich keine Namen. Die Vizekanzlerin der Universität, Deborah Prentice, zeigte sich „zutiefst betrübt“ über den Tod Ardays.
Der Soziologe war in der vergangenen Woche von seiner Professur zurückgetreten. Dies hatte in Großbritannien für große Aufregung gesorgt. Die Vorwürfe wies Arday in einem Schreiben zurück. Medien berichteten unter anderem über Plagiatsvorwürfe mit Blick auf die Doktorarbeit des Professors an der Liverpool John Moores Universität. Auch an der Glaubwürdigkeit von Teilen seiner Lebensgeschichte wurde öffentlich gezweifelt.
Universität in der Kritik
Eine frühere Untersuchung der Uni in Liverpool stellte laut der PA kein wissenschaftliches Fehlverhalten fest. In seiner Stellungnahme hatte Arday mitgeteilt, der Rücktritt sei „der einzige Weg, dieses Kapitel zu beenden“. Dieser solle nicht als „Zustimmung zu den Darstellungen verstanden werden“.
Die Leiterin der Universität Cambridge, Deborah Prentice, hatte zuletzt mitgeteilt, eine Untersuchung rund um Arday werde „unabhängig durch hochrangige Wissenschaftler aus Cambridge und von außerhalb“ durchgeführt. Die Universität war aufgrund des Falls stark in die Kritik geraten. Arday war 2023 zum jüngsten schwarzen Professor in der Geschichte der Uni Cambridge geworden.
