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Politik

Marktbericht: Anleger halten DAX in Reichweite des Rekords

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 17, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 17.08.2026 • 07:43 Uhr

Der DAX-Höchststand bleibt zum Wochenstart nah: Nachlassende Inflationssorgen und eine starke Berichtssaison haben den Leitindex zuletzt von Rekord zu Rekord getrieben. Die Chance auf weitere Gewinne bleibt.

Der DAX dürfte etwas stärker in die neue Woche starten: Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Handelsstart 0,2 Prozent höher auf 26.495 Punkte. Am Freitag war er mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 26.440 Punkten aus dem Handel gegangen. Im Verlauf der vergangenen Woche hatte der DAX bei 26.573 Zählern ein Allzeithoch erreicht. Das Wochenplus betrug rund 0,5 Prozent.

Es war die vierte Woche in Folge, in der das Börsenbarometer zulegen konnte. Dabei gewann der DAX sechseinhalb Prozent und baute sein Jahresplus damit auf knapp acht Prozent aus. Wegen des Iran-Kriegs und des deswegen stark gestiegenen Ölpreises war der Leitindex im März zeitweise noch unter die Marke von 22.000 Punkten abgesackt.

Wie stehen jetzt die Chancen für eine weitere Rekordwoche? Positiv schlägt zu Buche, dass die Inflations- und Zinssorgen an den Börsen nachlassen. In den USA war der monatliche Arbeitsmarktbericht schwach ausgefallen. Und ein leichter Rückgang der US-Inflation dämpfte die Erwartung, die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) könnte im September die Zinsen anheben.

Für September preise der Markt derzeit nur noch eine Wahrscheinlichkeit von rund 30 Prozent für eine Leitzinserhöhung ein, schreibt Edgar Walk, Chefvolkswirt Metzler Asset Management. „Bis Dezember steigt dann die Wahrscheinlichkeit auf etwa 70 Prozent. „Von der zwischenzeitlichen Erwartung zweier zusätzlicher Zinsschritte ist der Markt jedoch deutlich abgerückt.“

Auch die erfolgreich ausgefallene Bilanzsaison wirkte als Kurstreiber. Das könnte nach Ansicht der Fachleute von der DZ Bank so bleiben: „Die Unternehmensgewinne wachsen kräftig genug, um die Kurse weiter zu tragen. Die Berichtssaison zum zweiten Quartal liefert unseres Erachtens die fundamentalen Belege für diesen Ausblick.“

Aber die Lage am Persischen Golf kann den Aktienmarkt wieder in Turbulenzen stürzen, denn die Energiepreise bleiben hoch. Aktuell schwinden die Hoffnungen auf ein baldiges Abkommen zwischen USA und Iran. Der iranische Außenminister Abbas Aragtschi hatte erklärt, Iran habe noch nicht entschieden, ob es die Gespräche mit der Regierung in Washington wieder aufnehmen werde.

Im asiatischen Handel verteuerte sich heute die Rohöl-Sorte Brent 0,4 Prozent auf 88,89 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,2 Prozent fester bei 82,56 Dollar. „Die Ölpreise haben sich von ihren Tiefständen Anfang August fast vollständig erholt, da die geopolitischen Risikoprämien in den Markt zurückgekehrt sind“, erklärte Analystin Priyanka Sachdeva von Phillip Nova.

Deshalb achten die Investoren im Augenblick besonders auf Konjunktursignale. Sie wollen wissen: Wie wirken sich die Energiepreise auf die globale Wirtschaft aus? In Japan belasten heute relativ schwache Wirtschaftsdaten die Stimmung. Zwar wuchs die Wirtschaft im zweiten Quartal um mehr als ein Prozent. In Deutschland betrug das Wachstum im gleichen Zeitraum nur 0,2 Prozent. Trotzdem sind die Anleger enttäuscht. Sie hatten mit einem Plus von zwei Prozent gerechnet.

Ein schwacher privater Konsum und rückläufige Unternehmensinvestitionen machten die starken Exporte von Hybridfahrzeugen und KI-Chips teilweise zunichte. „Das Wachstum war positiv, aber die Details fielen etwas schwächer aus als erwartet“, sagte Kazutaka Maeda, Chefökonom beim Meiji Yasuda Research Institute. Entsprechend tritt der japanische Leitindex Nikkei zur Stunde auf der Stelle.

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Dr. Heinrich Krämer
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