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Startseite»Politik»Experte über Notlandung in München: „Es war wirklich knapp“
Politik

Experte über Notlandung in München: „Es war wirklich knapp“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 17, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 17.08.2026 • 19:23 Uhr

Eine Boeing 787 ist am Samstag in München erst im letzten Moment von der Startbahn abgehoben – und konnte so wohl gerade noch eine Katastrophe vermeiden. Luftfahrt-Experte Großbongardt erklärt, was schief gegangen ist.

Nach Meinung des Luftfahrtexperten Heinrich Großbongardt ist der Flughafen München am Wochenende nur haarscharf einem Inferno entkommen. „Es war schon eine sehr konkrete Gefahr und es war wirklich knapp“, sagte Großbongardt im Interview mit dem BR. Der Vietnam-Airlines-Flug hätte nach dem fehlerhaften Start „in einem Feuerball“ enden können, sagte der Experte. Er erinnerte an den Absturz einer Air-India-Maschine vor rund einem Jahr, die kurz nach dem Start verunglückt war.

Bei BR24 live um 16 Uhr sprachen wir mit BR-Polizeireporter Willi Willmann, der den Dreamliner-Vorfall am Wochenende begleitet hat. Außerdem war uns der Luftfahrt-Experte Heinrich Großbongardt zugeschaltet. Den Livestream finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.

Am Flughafen München war es am Samstag zu einem Zwischenfall mit einer Boeing 787 von Vietnam Airlines gekommen. Der Dreamliner konnte beim Start erst sehr spät abheben. Großbongardt verwies darauf, dass das Flugzeug offenbar nicht so stark beschleunigt habe, wie es müsste. Glücklicherweise hätten die Piloten es noch geschafft, das Flugzeug in die Luft zu bekommen, obwohl die Maschine schon „weit jenseits“ der Startbahn gewesen sei.

Der Kapitän traf dann in der Luft die Entscheidung, nicht wie geplant nach Hanoi zu fliegen, sondern nach München zurückzukehren. Das Flugzeug soll über dem Großraum München über zwei Stunden gekreist sein und dort Kerosin abgelassen haben. Dann kam es zur Notlandung am Münchner Flughafen.

Dreamliner-Vorfall: Staubwolken beim Start in München

Videos vom Start zeigen mächtige Staubwolken und Erschütterungen in der Kabine. Eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS) teilte mit, dass bei dem Start die Befeuerung – Lichtzeichen – hinter der Startbahn beschädigt wurde. Dies hatte bereits am Sonntag der Flughafen dem BR bestätigt. Laut dem Luftfahrt-Portal „Aviation Herald“(externer Link) hob das Flugzeug erst 120 Meter hinter der Landebahn im Grasbereich ab, das Heck touchierte demnach beim Take-off den Boden – ein sogenannter Tailstrike.

Weitere Videos zeigen, dass bei der Landung rund zwei Stunden später Qualm zu sehen ist, der am Fahrwerk aufsteigt. Zudem fliegen Reifenteile weg. Kaum steht die Maschine, fahren Wagen von Feuerwehr und Rettungsdienst heran. Festgestellt wurden Beschädigungen an Reifen und Fahrwerk, Bilder in den sozialen Medien zeigen zudem Schäden am Heckteil des Rumpfes.

Großbongardt verweist auf „Tailstrike“ beim Start

Der sogenannte Tailstrike deutet laut dem Experten Großbongardt darauf hin, dass das Flugzeug bei der Startgeschwindigkeit am „untersten Limit“ war. „Es hätte eigentlich sehr viel schneller sein müssen, um sicher in die Luft zu kommen.“

Der Experte erinnerte an einen ähnlichen Vorfall in Australien 2009, bei dem ein Airbus A340 von Emirates ebenfalls mit dem Heck den Boden am Ende der Startbahn berührte. Damals sei das Startgewicht falsch in den Bordcomputer eingegeben worden. Großbongardt schloss nicht aus, dass auch beim Münchner Dreamliner-Vorfall menschliches Versagen eine Rolle spielte.

Klärung der Unfallursache kann Monate dauern

Den genauen Hergang des Unfalls muss nun die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung ermitteln. Mit Hilfe der Flugdatenschreiber und Voicerecorder soll geklärt werden, was sich im Cockpit abgespielt hat. Die Ermittlungen könnten Schätzungen zufolge Monate dauern.

Verletzt wurde niemand. Den Passagieren und der Besatzung gehe es gut, teilte Vietnam Airlines mit. Die Fluggesellschaft sprach von einem „technischen Problem“ – und entschuldigte sich „aufrichtig für die entstandenen Unannehmlichkeiten“. Die Flugzeugbesatzung habe alle vorgeschriebenen Verfahren eingehalten.

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Quelle: BR24 TV 17.08.2026 – 14:00 Uhr

Bayerischer Rundfunk

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