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Startseite»Politik»Deutschland stockt Ebola-Hilfe für Demokratische Republik Kongo auf
Politik

Deutschland stockt Ebola-Hilfe für Demokratische Republik Kongo auf

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 18, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 18.08.2026 • 15:50 Uhr

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo droht laut UN außer Kontrolle zu geraten. Mehr als 2.300 Menschen sind bereits gestorben. Deutschland und die EU stellen weitere Hilfen zur Verfügung.

Angesichts des großen Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo hat Deutschland seine Hilfen aufgestockt. Man werde zusätzliche elf Millionen Euro bereitstellen, kündigte Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan an. Die Lage im Kongo sei absolut dramatisch, sagte die SPD-Politikerin dem rbb.

Innerhalb von drei Monaten haben sich nach Schätzungen der kongolesischen Regierung mindestens 4.900 Menschen mit dem hochansteckenden Virus infiziert. Die Todesrate ist extrem hoch: Bisher starben 2.325 Menschen. Nachgewiesen wurde das Virus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge bereits in sechs Provinzen im Nordosten des Landes. Besonders betroffen ist Ituri.

„Wir können jetzt davon ausgehen, dass es der schwerste Ebola-Ausbruch in der Geschichte des Landes ist“, sagte Alabali Radovan. Deutschland liefere Ausrüstung, stelle mobile Labore zur Verfügung und schule Gesundheitskräfte darin, die Menschen über die Krankheit aufzuklären. Erschwert werde die Situation aber dadurch, dass es im Land bewaffnete Konflikte gebe. „Es ist unglaublich schwer für die Gesundheitskräfte dort, überhaupt an die Menschen zu kommen“, sagte die Ministerin.

EU schickt Schnelltests und Geräte

Weitere Hilfen kommen von der Europäischen Union. Sie stellt der Demokratischen Republik Kongo Ebola-Schnelltests und Testgeräte im Wert von 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die ersten Lieferungen werden noch im August erfolgen, wie die EU-Kommission mitteilte. Die Tests sollen eine schnellere Diagnose und Behandlung von Ebola-Fällen ermöglichen und damit die weitere Ausbreitung des Virus verhindern.

Bisher hat die EU-Kommission nach eigenen Angaben 493 Millionen Euro mobilisiert. Ausgegeben werde das Geld für Nothilfe, Impfstoffe, Behandlung und Gesundheitsschutz in der Region der Großen Seen und in Uganda, wo ebenfalls Ebola-Fälle registriert wurden. Zudem bereite man darüber hinausgehende Hilfen mit der WHO vor. Diese tagt heute in Genf zum Ebola-Ausbruch.

UN stellen weitere 30 Millionen Dollar bereit

Auch die Vereinten Nationen haben ihre Hilfen aufgestockt. Man werde weitere 30,5 Millionen Dollar (rund 26,4 Millionen Euro) zur Bekämpfung des Virus bereitstellen, hatten die UN bereits am Freitag mitgeteilt. Dieser Ausbruch drohe außer Kontrolle zu geraten. Inzwischen sterbe im Schnitt alle 30 Minuten ein Mensch an der Krankheit, teilte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Tom Fletcher, mit.

Es handle sich inzwischen um den sich am schnellsten verbreitenden Ausbruch der Infektionskrankheit, der je festgestellt worden sei. „Ebola gewinnt in der Demokratischen Republik Kongo. Wir dürfen nicht zulassen, dass das Virus unsere Hilfsmaßnahmen überholt“, mahnte Fletcher.

Das Ebola-Virus verbreitet sich über Körperflüssigkeiten. Es gibt zwar einen älteren Impfstoff, es ist aber unklar, ob er auch gegen die aktuell grassierende Bundibugyo-Variante hilft. Allerdings laufen mittlerweile die ersten klinischen Tests für Medikamente. Auch an neuen Impfstoffen wird geforscht. Ebola-Kranke leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie an inneren Blutungen und schließlich Organversagen.

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