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Startseite»Nachrichten»Iran verliert langsam Kontrolle: Behält Trump mit seinen wilden Hormus-Prahlereien diesmal Recht?
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Iran verliert langsam Kontrolle: Behält Trump mit seinen wilden Hormus-Prahlereien diesmal Recht?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 19, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Iran verliert langsam KontrolleBehält Trump mit seinen wilden Hormus-Prahlereien diesmal Recht?

19.08.2026, 16:05 Uhr Von Tobias Hauser
United-States-President-Donald-J-Trump-answers-questions-from-reporters-after-meeting-with-Lifeguard-Ryder-Williams-in-the-Oval-Office-of-the-White-House-in-Washington-DC-on-August-17-2026-Ryder-Williams-a-16-year-old-lifeguard-saved-the-life-of-10-year-old-Nathaniel-Rai-at-Seabright-Beach-in-Santa-Cruz-California-on-July-25
Trumps Energieministerium spricht von rund 15 Millionen Fässern, die pro Woche, durch die Straße von Hormus transportiert werden, was fast an die durchschnittlichen Mengen vor dem Krieg herankommen würde. Ob das stimmt, ist zu bezweifeln. (Foto: picture alliance / AdMedia)

Selbstbewusst wie immer verkündet US-Präsident Donald Trump regelmäßig, die Straße von Hormus sei unter seiner Kontrolle. Das stimmt zwar nicht, doch einem Bericht zufolge verliert der Iran tatsächlich immer mehr Einfluss über die Meerenge.

Geht es nach Donald Trump, dann ist die Straße von Hormus schon sehr lange unter US-amerikanischer Kontrolle. Standhaft verkündet der US-Präsident seit Monaten immer wieder, die USA steuere den Schiffsverkehr durch die für den weltweiten Ölhandel kritische Meerenge. Jüngst postete er sogar einen Kartenausschnitt, auf dem die Straße von Hormus als US-Territorium gekennzeichnet ist. Ähnlich verhält es sich mit dem Iran-Krieg generell. So oft, wie Trump bereits den Sieg der USA verkündet hatte, müsste doch längst alles unter Dach und Fach sein. Immer wieder zeigt sich allerdings: Nur weil Trump etwas bekanntgibt, muss das nicht stimmen. Doch dieses Mal könnte es sich ein wenig anders verhalten.

Einem Bericht von CNN zufolge, gewinnen die USA, die mit ihrer Marine in der Meerenge patrouillieren, in der Straße von Hormus an Boden. Gleichzeitig verliert der Iran demnach langsam aber sicher seine Kontrolle über die Wasserstraße. CNN bezieht sich dabei auf Daten der Analyseplattform Kpler, die Schiffe mithilfe von Transpondern und Satellitendaten verfolgt.

Das Bild, das die Daten zeichnen, ist klar: In den vergangenen zwei Wochen sind über 80 Prozent der Transportschiffe entweder eine Route gefahren, die durch die Gewässer dem Omans führt oder sie sind „dunkel“ gefahren. Das bedeutet, dass sie ihre Transponder abschalten, um nicht von iranischen Patrouillen entdeckt zu werden. Auch diese Schiffe fahren dem Bericht zufolge wahrscheinlich größtenteils über die Omanische Route, die von der UN gebilligt und vom Iran vehement abgelehnt wird.

Vor einem Monat noch verzeichnete Kpler praktisch keinen Schiffsverkehr auf der Oman-Route. Das Problem für Teheran: Damit schwindet auch der Verkehr auf der vom Iran bevorzugten Route. Auf dieser Route will das Regime Mautgebühren kassieren. Laut Kpler gelingt das jedoch in letzter Zeit nicht, da die meisten Schiffe mautfrei über den Oman fahren. „Es sieht zunehmend so aus, als hätte der Iran die Kontrolle über die Meerenge zumindest teilweise verloren“, sagte Homayoun Falakshahi, Leiter der Rohölanalyse bei Kpler, laut dem Bericht.

Ölmenge deutlich geringer als vor Kriegsbeginn

Doch zur Wahrheit gehört auch, dass allem Anschein nach immer noch deutlich weniger Öl durch die Meerenge gelangt als vor Beginn des Krieges. Kpler-Daten zufolge durchquerten am Dienstag nur sechs Rohstoff-Frachter die Meerenge, verglichen mit neun am Vortag und einem Zehn-Tage-Schnitt von elf. Die meisten Reeder meiden die Wasserstraße weiterhin. Selbst wenn man noch großzügig Schiffe aufschlägt, die ohne aktiven Transponder fahren und von Kpler deswegen nicht getrackt werden können, ist die Zahl ernüchternd. Vor dem Krieg waren es durchschnittlich rund 130 Schiffe pro Tag. Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls wurde durch die Meerenge transportiert.

Die USA selbst sprachen kürzlich von rund 15 Millionen Fässern, die derzeit pro Woche durch die Meerenge geschifft werden. Das reicht fast an die durchschnittlichen Mengen vor dem Krieg heran. Verifizierbar sind die Behauptungen allerdings nicht. Ein Sprecher des Energieministeriums argumentierte, das US-Militär verfüge „über die besten verfügbaren Daten zu Öl und Ölprodukten, die den Arabischen Golf verlassen“. Es sei unmöglich, die Diskrepanz zwischen den Zahlen der USA und den Zahlen von Kpler zu erklären, sagte der Leiter der Analyseplattform, Matt Smitt, gegenüber CNN. JPMorgan zufolge liegt die Menge Öl, die aus der Meerenge in die Weltwirtschaft fließt, eher bei etwa vier Millionen Fässern täglich.

Die USA kontrollieren die Straße von Hormus also noch nicht wirklich, egal was Trump behauptet. Was Experten CNN zufolge jedoch sagen ist: Auch der Iran kontrolliert sie nicht. Viele Informationen könne man noch nicht sicher überprüfen, so Andy Lipow, Geschäftsführer von Lipow Oil Associates. Allerdings könne man „mit Fug und Recht sagen, dass der Iran die Kontrolle über die Meerenge teilweise verloren hat“.

Ihm zufolge chartern Kuwait, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate große Öltanker, um den Persischen Golf über die Straße von Hormus zu verlassen und das Öl anschließend auf die Schiffe ihrer Kunden außerhalb der Gefahrenzone im Golf von Oman umzuladen. Die großen Öltanker sollen bei diesen Manövern wochenlang ohne Transponder durch die Wasserstraße fahren.

Der Iran selbst gibt übrigens – genau wie Trump – weiterhin an, die Wasserstraße vollständig zu kontrollieren. Parlamentspräsident Mohammed Baghar Ghalibaf sagte zuletzt, die Straße von Hormus werde so lange geschlossen bleiben, wie sich die USA nicht an ihre Verpflichtungen aus der Vereinbarung hielten, die beide Parteien Mitte Juni unterzeichneten. Die gegensätzlichen Äußerungen der beiden Kriegsparteien dürften also weiterhin für Verwirrung und Unsicherheit sorgen – auch für die betroffenen Schifffahrtsunternehmen.

Quelle: ntv.de

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