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Startseite»Nachrichten»Trump droht Maskat mit Bomben: Hat der Oman den Hormus-Bogen überspannt?
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Trump droht Maskat mit Bomben: Hat der Oman den Hormus-Bogen überspannt?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 20, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Trump droht Maskat mit BombenHat der Oman den Hormus-Bogen überspannt?

19.08.2026, 17:07 Uhr Von Christian Herrmann
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Einwohner des Oman genießen bei Maskat das Panorama der Straße von Hormus. (Foto: picture alliance / newscom)

Der Oman spielt eine entscheidende Rolle bei den Verhandlungen zur Öffnung der Straße von Hormus. Das Sultanat ist mit den USA verbündet. Doch Präsident Trump hat den Eindruck: Der Golfstaat hintergeht uns.

Der Oman ist eine absolute Monarchie. Die vom Sultan ernannten Minister und die zwei nationalen Parlamente haben nur beratende Funktionen. Diese Beratung kann Sultan Haitham ibn Tariq derzeit jedoch gut gebrauchen. Denn der Oman grenzt an die Straße von Hormus und ist dafür verantwortlich, mit dem Iran eine Wiedereröffnung der Meerenge für die Schifffahrt auszuhandeln, ohne die USA zu verprellen: Die Vereinigten Staaten sind ein wichtiger Verbündeter des Sultanats.  

Bisher scheint dieser Plan nicht aufzugehen. Einem Bericht zufolge hat US-Präsident Donald Trump damit gedroht, den Oman zu bombardieren, sollte das Sultanat die Verhandlungen mit dem Iran über die Straße von Hormus behindern: „Wenn Oman uns im Weg steht, werden wir sie in Schutt und Asche legen“, soll der US-Präsident einem Fox-News-Reporter gesagt haben. 

Bei einem Pressetermin im Oval Office wollte Trump nichts mehr von Bombardierungen wissen. Mit dem Vorgehen des Oman scheint er auch nicht zufrieden gewesen zu sein: „Ich finde nicht, dass sie sich besonders gut benommen haben“, sagte der US-Präsident auf Nachfrage. „Aber wir werden ganz leicht mit ihnen fertig.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump den Eindruck hat, dass der Oman sich nicht „benimmt“, wie er sagt, sondern die USA und auch die anderen Golfstaaten bei den Verhandlungen mit dem Iran hintergeht. Bereits vor knapp drei Monaten war der US-Präsident wütend auf das Land. Das Sultanat dürfe sich bei der Wiedereröffnung der Straße von Hormus nicht auf die Seite des Iran stellen, sagte Trump damals bei einer Kabinettssitzung. Der Oman müsse sich „benehmen“. Andernfalls müssten die USA das Land „in die Luft jagen“. 

Marc Sievers war von 2016 bis 2019 US-Botschafter in Maskat. Der Diplomat kann sich nicht vorstellen, dass Trump seine Drohung tatsächlich ernst meint. Er stellt aber auch klar: Ganz unschuldig ist der Oman nicht an seiner Lage. „Der Oman verhandelt seit Beginn des Konflikts mit dem Iran über die Straße von Hormus – weitgehend auf eigene Faust“, sagt Sievers in einem Interview. „Es gibt keine Absprachen mit den anderen Golfstaaten und nur wenige mit den USA.“

Das Problem des Oman sieht so aus: Der Iran hat festgestellt, dass er den USA militärisch nicht ebenbürtig sein muss, um ihnen das Leben schwer zu machen. Vor dem Krieg haben die Gas- und Ölstaaten am Persischen Golf jeden Tag ungefähr 20 Millionen Barrel Öl durch die Straße von Hormus in die Welt verschifft. 

Inzwischen ist klar: Ist diese Route nicht oder nur teilweise passierbar, steigen die Ölpreise weltweit – und damit die Benzinpreise, auch in den USA. Auch Düngemittel werden durch die Straße von Hormus verschifft. Lebensmittel werden also auch teurer. Schiffsversicherer und Reedereien leiden ebenfalls. Auch das verursacht weltweit steigende Preise. 

Das versucht das Regime in Teheran auszunutzen. Die Botschaft an die USA lautet: Ihr könnt mit Raketen und Drohnen unsere Brücken und Straßen zerstören, aber wir können dafür sorgen, dass die ganze Welt dafür bezahlt. Damit dieses Drohszenario funktioniert, muss der Oman aber mitspielen

Sultan-Haitham-bin-Tariq-of-Oman-seen-at-the-UNESCO-headquarters-in-Paris-France-on-June-29-2026-Photo-by-Balkis-Press-ABACAPRESS
Sultan Haitham ibn Tariq von Oman spricht im Juni 2026 bei der Unesco in Paris. (Foto: picture alliance / abaca)

Der Iran liegt nördlich der Straße von Hormus, der Oman südlich davon. Teheran erwartet Gegenleistungen, wenn die Meerenge uneingeschränkt für die Schifffahrt geöffnet werden soll. Sanktionen sollen aufgehoben und eingefrorene Gelder freigegeben werden. Das Regime möchte außerdem, dass Öltanker und andere Schiffe in Zukunft für die Passage der Meerenge eine Transitgebühr zahlen. Die Nachrichtenagentur Reuters hat Anfang August unter Berufung auf mehrere Insider aus der Region berichtet, dass Teheran fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts vorschweben. Das könnte dem Iran täglich mehrere Millionen Dollar einbringen. 

Unabhängig von der Höhe ist klar: Eine Maut- oder Transitgebühr wäre ein Präzedenzfall für die globale Handelsschifffahrt. Führende Schifffahrtsverbände haben in einem offenen Brief an die UN-Schifffahrtsorganisation IMO beklagt, dass die Abgabe den international anerkannten rechtlichen Rahmen für Meerengen untergraben würde. Sie verlangen, dass die Durchfahrt für alle Schiffe diskriminierungsfrei und kostenlos bleiben müsse. 

Denn das UN-Seerechtsübereinkommen besagt, dass Schiffe ein Recht auf Transitdurchfahrten durch Meerengen haben – ohne Beschränkungen und Gebühren. Das ist die zentrale Grundlage des internationalen Seehandels.  

Zugleich laufen Schiffe und Reedereien mit der Zahlung der Gebühr Gefahr, gegen US-Sanktionen zu verstoßen. Dann könnten eigene Vermögenswerte eingefroren werden. Die Schifffahrtsversicherer von Lloyd’s haben außerdem klargestellt, dass der Versicherungsschutz für Kriegsrisiken erlischt, sobald ein Schiff eine Transitgebühr entrichtet. 

Es scheint offensichtlich: Abgesehen vom Iran hätte eine Transitgebühr keine Profiteure. Vermutlich auch deshalb hatte US-Präsident Trump wiederholt erklärt, er werde keine Gebühren für die Durchfahrt akzeptieren. 

Das scheint bei Sultan Haitham ibn Tariq aber nicht angekommen zu sein. Der Oman soll zwar nicht wie der Iran fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts für die Passage verlangen. Der kleine Golfstaat scheint aber auch nicht ganz darauf verzichten zu wollen: Wie Reuters berichtet, soll die Führung eine Gebühr von etwa drei Prozent anstreben. Es kann das Sultanat eigentlich nicht überraschen, dass Trump empfindlich auf diese Pläne reagiert. 

Werden die USA den Oman bombardieren? Wahrscheinlich nicht. Die Führung des Golfstaats sollte den Bogen bei den Verhandlungen mit dem Iran aber auch nicht überspannen. Denn US-Präsident Trump hat bereits eine andere Idee, wie es mit der Straße von Hormus weitergehen könnte. Diese dürfte weder dem Iran noch dem Oman gefallen: Bei einer Veranstaltung im US-Bundesstaat New York sagte er schmunzelnd, dass er die Straße von Hormus nach Kriegsende zu US-Territorium erklären werde. Dann würde nur Trump an den Gebühren verdienen. 

Quelle: ntv.de

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Dr. Heinrich Krämer
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