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Politik

Marktbericht: Steigende Zinserwartungen machen Anlegern Sorgen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 20, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 20.08.2026 • 07:47 Uhr

Noch dürfte sich der DAX über der Marke von 26.000 Punkten halten. Aber die Krisensignale vom Anleihemarkt sorgen für schlechte Stimmung und in den USA steigen die Staatsschulden fast ungebremst.

Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Handelsstart etwas tiefer auf 26.083 Punkte. Am Mittwoch war der DAX kaum verändert auf 26.091 Punkten aus dem Handel gegangen. Sein Rekordhoch hatte er in der Vorwoche bei 26.573 Punkten erreicht.

Krisensignale kommen derzeit vom Anleihemarkt: Die Rendite der deutschen Bundesanleihe mit zehnjähriger Laufzeit war in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand seit Mai 2011 gestiegen. Experten sehen eine wachsende Gefahr einer größeren globalen Staatsschuldenkrise.

In den USA waren die Renditen der 30-jährigen US-Anleihe auf den höchsten Stand seit 2007 geklettert. Das US-Finanzministerium hatte deshalb angekündigt, die Rückkäufe von langlaufenden Staatsanleihen zu verdoppeln. Damit will es dem jüngsten Ausverkauf entgegenwirken. Für den Moment ist das gelungen: Die Renditen für US-Staatsanleihen sowie für japanische und deutsche Papiere geben nach.

Steigende Renditen zeigen am Markt die Erwartung steigender Zinsen für Staats- und Unternehmensanleihen an. Für den Aktienmarkt bedeuten steigende Zinsen, das festverzinsliche Wertpapiere für die Anleger attraktiver werden. Geldanlagen könnten vom Aktienmarkt in den Anleihemarkt umgeschichtet werden.

In Verbindung mit dem Anleihemarkt machen sich die Anleger wachsende Sorgen über die explodierende Staatsverschuldung. In den USA hat sie jetzt erstmals die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten. Und das Tempo beschleunigt sich: Der Rekord wurde nur fünf Monate nach dem Erreichen der Marke von 39 Billionen Dollar aufgestellt.

Deshalb rückt die Geldpolitik derzeit immer weiter in den Fokus. Der Iran-Krieg und die steigenden Energiepreise haben weltweit zu einem Anstieg der Inflation geführt. Um diese Entwicklung zu dämpfen, müssten die Notenbanken den Leitzins erhöhen.

Das scheinen auch die Notenbanker der Federal Reserve (Fed) so zu sehen: Mehrere Währungshüter der Fed wären bereit für eine Anhebung der Zinsen. Das geht aus dem gestern vorgelegten Fed-Protokoll der Juli-Sitzung hervor.

Die Folge von steigenden Zinsen ist aber, dass die Staaten bei steigender Verschuldung einen immer größeren Anteil ihres Budgets für Zinszahlungen aufwenden müssten. An anderer Stelle müsste hingegen gespart werden.

Für Verbraucher sind die Folgen ebenfalls gravierend: Kreditkosten für Hypotheken, Autos oder anderen Anschaffungen werden in die Höhe getrieben. Und die Preise für Waren und Dienstleistungen klettern ebenfalls.

Die Intervention des US-Finanzministeriums zur Stützung des Anleihemarktes hat die Nerven der Anleger in Asien beruhigt. Die Börse in Tokio legte deutlich zu: Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg um 1,2 Prozent. Die Börse in Shanghai gewann 0,2 Prozent.

Einige Anleger blieben jedoch skeptisch. „Je mehr das US-Finanzministerium intervenieren will, desto mehr Verkäufe von institutionellen Anlegern wird es auslösen“, sagte Cusson Leung, Investmentchef bei KGI.

An der Wall Street hatte der Dow-Jones-Index gestern mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 53.463 Punkten geschlossen. Der breit gefasste S&P 500 gewann 0,2 Prozent auf 7.707 Zähler, der technologielastige Nasdaq zog um 0,2 Prozent auf 26.331 Stellen an.

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