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Startseite»Politik»Anschlag auf jüdisches Altenheim in München nach 56 Jahren offenbar aufgeklärt
Politik

Anschlag auf jüdisches Altenheim in München nach 56 Jahren offenbar aufgeklärt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 20, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 20.08.2026 • 11:46 Uhr

1970 starben bei einem Anschlag auf ein jüdisches Altenheim in München sieben Menschen. Die Fall konnte nicht aufgeklärt werden – bis jetzt: Die Ermittler sind davon überzeugt, dass ein damals 25-jähriger Neonazi das Feuer legte.

Mehr als 56 Jahre nach einem Brandanschlag auf ein jüdisches Seniorenheim in München ist die Generalstaatsanwaltschaft davon überzeugt, dass die Tat von einem rechtsextremen Einzeltäter begangen wurde. Die Indizien sprächen deutlich dafür, dass ein mittlerweile verstorbener Mann das Feuer gelegt habe, teilte die Behörde mit.

Das Gebäude der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern war am Abend des 13. Februar 1970 mit einem Benzingemisch angezündet worden. Sieben Bewohnerinnen und Bewohner, Überlebende des Holocausts, wurden getötet.

Die Bewohner des Altenheims, das sich in dem Gebäude befand, wurden von den Flammen eingeschlossen. Sieben von ihnen starben, 15 wurden verletzt.

Neue Angaben einer Zeugin nach Tod eines Verwandten

Der Täter konnte viele Jahre lang nicht ermittelt werden. 2017 stellte der Generalbundesanwalt das Verfahren ein. Nach einem neuen Hinweis aus der Bevölkerung nahm die Generalstaatsanwaltschaft München aber im April 2025 die Ermittlungen wieder auf.

Eine Zeugin habe glaubhafte Angaben zum Tatverdächtigen gemacht, so die Behörde. Die Frau sagte demnach aus, dass ein Verwandter engen Kontakt zu dem Tatverdächtigen gehabt habe. Nach dem Tod dieses Verwandten wandte sich die Frau an die Ermittler. Die Generalstaatsanwaltschaft und der polizeiliche Staatsschutz werteten archivierte Akten aus und vernahmen Zeugen. Sie kamen zu dem Schluss, dass „belastbare Gründe für die Täterschaft“ des Verdächtigen sprächen.

Der damals 25 Jahre alte Deutsche war als rechtsextrem und antisemitisch bekannt. Er soll am Abend des Tattags in der Nähe des Altersheims gesagt haben, dass „die Juden alles hätten“ und er „sie anzünden“ wolle. Etwa 15 Minuten später habe das Gebäude gebrannt.

Allerdings ist es unmöglich, den Fall juristisch abschließend zu klären. Denn der Tatverdächtige starb 2020, und Tote können nicht angeklagt werden.

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