Im besetzen Westjordanland sollen weitere israelische Siedlungen entstehen – sie würden das Gebiet faktisch aufspalten. Großbritannien, Italien, Frankreich und Deutschland haben Israel nun gemeinsam aufgefordert, die Pläne aufzugeben.
Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien haben in einer gemeinsamen Erklärung Israel aufgefordert, die Pläne für ein äußerst umstrittenes Siedlungsprojekt im Westjordanland zurückzunehmen.
In einem von der Bundesregierung veröffentlichten gemeinsamen Statement der vier Staats- und Regierungschefs hieß es weiter, die Ausweitung der Siedlungen im Westjordanland müsse beendet werden. Durch das Siedlungsprojekt rücke nicht nur eine Friedenslösung in weitere Ferne; auch Israels internationales Ansehen werde weiter beschädigt.
Bebauung würde Westjordanland faktisch aufspalten
Das israelische Bauministerium hatte am späten Dienstagabend eine Ausschreibung für den Bau von mehr als 1.200 Wohneinheiten für das Projekt veröffentlicht. Konkret geht es um das sogenannte E1-Gebiet zwischen Ost-Jerusalem und der Siedlung Maale Adumim. Das Gebiet gilt als einer der sensibelsten Punkte im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern.
Insgesamt geplant sind 3.400 Wohneinheiten. Eine Bebauung in dem Gebiet würde das Westjordanland faktisch in einen nördlichen und einen südlichen Teil aufspalten. Damit würde die Schaffung eines zusammenhängenden Territoriums für einen künftigen palästinensischen Staat erschwert oder gar unmöglich gemacht.
Unter internationalem Druck hatte Israel die Pläne für E1 in der Vergangenheit immer wieder verschoben. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte die Pläne bereits am Mittwoch scharf kritisiert.
