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Startseite»Politik»Deutsche Industrie wächst so stark wie zuletzt 2022
Politik

Deutsche Industrie wächst so stark wie zuletzt 2022

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 21, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 21.08.2026 • 13:53 Uhr

Trotz Niedrigwasser im Rhein und ungeklärter Lage am Persischen Golf hat die deutsche Industrie ihr Wachstum beschleunigt. So stark wie seit vier Jahren nicht mehr, heißt es im Einkaufsmanager-Index von S&P Global.

Im August ist der Einkaufsmanager-Index in der deutschen Industrie überraschend um fast zwei Zähler auf 54,1 Punkte gestiegen. Ökonominnen und Ökonomen hatten dagegen mit einem leichten Rückgang gerechnet. Ab einem Indexwert von 50 signalisiert das Wirtschafts-Barometer Wachstum.

Für den Index befragt S&P Global Einkaufsmanager in der Industrie und bei Dienstleistern unter anderem zu Produktion, Aufträgen und Beschäftigung. Er gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die Wirtschaftsentwicklung.

Verteidigungsausgaben kommen an

Von S&P Global hieß es, in der deutschen Industrie seien Produktion, Auftragseingänge und Exporte so stark gewachsen wie seit Anfang 2022 nicht mehr – also vor dem Vollangriff Russlands auf die Ukraine. „In der Industrie hat die Erholung wieder an Schwung gewonnen, nachdem es im zweiten Quartal Anzeichen für eine Stagnation gegeben hatte“, sagte Phil Smith, Ökonom bei S&P Global Market Intelligence.

Man sehe – nach Monaten der Verunsicherung durch den Iran-Krieg – derzeit gewisse Aufholeffekte. Außerdem machten sich steigende Verteidigungsausgaben bemerkbar. Zwar sei abzuwarten, ob das Wachstumstempo aufrechterhalten werden könne – immerhin bestünden nach wie vor Versorgungsrisiken, meint Smith. Allerdings deute die bemerkenswerte Aufhellung der Geschäftsaussichten unter den Herstellern darauf hin, „dass der Aufschwung auf soliden Beinen steht“.

Dienstleistungs-Sektor schwächelt

Etwas schlechter läuft es im Bereich Dienstleistungen. Hier ist der Einkaufsmanager-Index auf 48,5 Punkte zurückgegangen, rangiert also unterhalb der Wachstumsschwelle.

„Der Dienstleistungssektor scheint in einem Sommer-Blues zu sein“, resümiert Elmar Völker von der LBBW. Die Industrie dagegen befinde sich in einem lange nicht dagewesenen Stimmungshoch: „Die Tatsache, dass die weltwirtschaftliche Nachfrage trotz der Folgen des Iran-Kriegs robust ist, überwiegt offenbar die inländische Belastung durch die Niedrigwasserkrise.“ Insgesamt betrachtet würden die Bäume für die deutsche Wirtschaft jedoch nicht in den Himmel wachsen.

Entscheidend ist die Stimmung

Für Michael Herzum von Union Investment zeigen die Ergebnisse des Einkaufsmanager-Index, dass die deutsche Wirtschaft robuster ist als befürchtet. Zwar sei die Stimmung der Unternehmen in den vergangenen Monaten unter anderem durch den Irankonflikt belastet gewesen: „Ein deutlicher realwirtschaftlicher Einbruch ist jedoch ausgeblieben.“

Für den weiteren Jahresverlauf sei verhaltender Optimismus angebracht. Allerdings: „Voraussetzung für eine kräftigere Erholung ist eine anhaltende Verbesserung der Unternehmensstimmung. Erst dann dürften aus höheren Auftragseingängen auch spürbare Produktionsausweitungen und zusätzliche Investitionen des Privatsektors folgen.“

DAX stabilisiert sich

Der DAX hat sich nach einer viertägigen Verlustserie stabilisiert. Nach Handelsstart übersprang der Leitindex erneut die psychologisch wichtige Marke von 26.000 Punkten. Am frühen Nachmittag rangierte der DAX gut ein Viertel Prozent im Plus.

Auf Wochensicht steuert der Index auf ein Minus von 1,5 Prozent zu. Belastet hat in den vergangenen Tagen vor allem der Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten.

Grund dafür sind unter anderem steigende Inflationssorgen und die teils massiv steigende Staatsverschuldung. So wurde diese Woche bekannt, dass der Schuldenberg der USA auf über 40 Billionen Dollar angestiegen ist.

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