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Startseite»Politik»Kanzler Merz dankt Helfern im Waldbrandgebiet in NRW
Politik

Kanzler Merz dankt Helfern im Waldbrandgebiet in NRW

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 22, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 22.08.2026 • 17:06 Uhr

Nach dem Waldbrand im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald hat der Kanzler den Helfern gedankt. Zu spät sei sein Besuch gekommen, sagen Anwohner. Doch die Rettungskräfte loben das Timing des Kanzlers.

Ein freundlicher Empfang sieht anders aus: Bei seinem Besuch im Waldbrandgebiet in Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen ist Kanzler Friedrich Merz von Anwohnern mit Buhrufen und Pfiffen empfangen worden. Auf Schildern war zu lesen: „Der Wald brennt, und Friedrich pennt.“ Einige Landwirte störten die Pressekonferenz des CDU-Politikers mit Hupen.

Es war der erste öffentliche Termin des Bundeskanzlers seit dem 29. Juli.

Merz: „Spreche mit denen, die helfen“

Kommt der Besuch also zu spät? ARD-Reporter Pierre Dyckmans schildert die Lage so: Während einige Anwohner den Besuch zwei Tage nach dem Ende des Brandes als „PR-Stunt“ bezeichneten, begrüßten Einsatzkräften den Zeitplan. Denn im Moment der Löscharbeiten hätte ein Besuch von Merz eher gestört.

Merz sprach von einer bewussten Entscheidung: Sein Ziel sei es gewesen, dass die Einsatzkräfte in Ruhe ihren Job machen können, sagte der Kanzler. Er habe sich stets auf dem Laufenden gehalten und die Behörden vor Ort gefragt, was sie brauchen und was ihnen zur Verfügung gestellt werden müsse, damit der Brand schnell gelöscht wird.

Mit Blick auf die protestierenden Anwohner sagte Merz, er lasse sich „von denen, die rumschreien“, nicht beeindrucken. „Ich spreche mit denen, die helfen.“

Landrat: Merz sollte nicht während des Brandes kommen

Der Landrat des Kreises Düren, Ralf Nolten, betonte, er habe den Bundeskanzler gebeten, nicht während des Brandes zu kommen, sondern danach.

Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Hürtgenwald zeigte sich dem WDR gegenüber empört über die Buhrufe und Pfiffe. „Diejenigen, die rufen und pfeifen, sollten die negative Energie in eine positive umwandeln und Mitglied bei der Feuerwehr oder beim THW werden“, so der Feuerwehrmann.

In der Feuerwache in Hürtgenwald dankte Merz den Helfern, die den größten Waldbrand in der Geschichte in NRW gelöscht hatten. Zwischenzeitlich mussten etwa 2.000 Menschen ihre Häuser verlassen, weil die Flammen zu nah an den Ort gekommen waren. Seit zwei Tagen sind die Löscharbeiten beendet. Die Einsatzkräfte untersuchen nun die Schäden in Hürtgenwald. Dort liegt seit dem Zweiten Weltkrieg Munition im Boden. Das hatte die Löscharbeiten erschwert.

„Das ist der Klimawandel“

Mit Blick auf den Waldbrand stellte Merz einen Zusammenhang mit dem Klimawandel her. Deutschland müsse damit rechnen, dass die Zahl der Großschadenereignisse zunehmen werde: „Das ist der Klimawandel.“ Die Regierung werde „alles tun, um den Klimawandel zurückzudrängen. Aber wir müssen auch mit dem Klimawandel leben.“ Konkrete Maßnahmen kündigte Merz jedoch nicht an.

Zur Diskussion, den Schutz vor Klimawandel und Hitze ins Grundgesetz aufzunehmen, äußerte sich Merz nicht. Dieser Vorstoß war zuletzt von der SPD gekommen und soll in der schwarz-roten Regierungskoalition in der kommenden Woche besprochen werden.

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