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Startseite»Politik»Selenskyj rechnet mit Mobilisierung Hunderttausender russischer Soldaten
Politik

Selenskyj rechnet mit Mobilisierung Hunderttausender russischer Soldaten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 23, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 23.08.2026 • 14:22 Uhr

Lange hatte Kremlchef Putin zu den ukrainischen Angriffen auf Raffinerien und Logistikzentren geschwiegen – nun droht er mit einer harten Antwort. Die Ukraine geht davon aus, dass Moskau bald Hunderttausende Soldaten mobilisieren will.

Gegenseitige Angriffe und neue Drohungen: Die Lage im Krieg gegen die Ukraine bleibt angespannt und könnte sich noch verschärfen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj geht davon aus, dass Russland nach den Parlamentswahlen im September die Mobilisierung von 300.000 Soldaten plant. Zudem könnte Russland seinen Worten zufolge 2027 Hunderttausende weitere Soldaten einziehen, um den Rest der ukrainischen Region Donezk zu erobern.

Besonders dringend brauche sein Land Flugkörper für die „Patriot“-Abwehrsysteme, betonte Selenskyj. „Patriot“-Lieferungen hätten sich seit 2023 halbiert, sagte er. Damals habe die Ukraine noch 675 dieser Abfangraketen erhalten, 2025 nur noch 364. Für dieses Jahr rechne sie derzeit mit 264.

Selenskyj: Brauchen 30 Milliarden Euro für Abwehr

Benötigt würden auch Milliarden zur Finanzierung des ukrainischen Abwehrkampfes. Kiew erwarte von der EU 30 Milliarden Euro für die Verteidigungsausgaben, sagte er. „Sie werden für die Verteidigung des ganzen Landes gebraucht.“ Derzeit gebe es im Verteidigungshaushalt eine Lücke von 27 Milliarden Dollar (rund 23 Milliarden Euro).

Allein 20 Milliarden seien notwendig, um die Gehälter der Soldaten, die Kompensationen für die Familien der Gefallenen und andere Ausgaben zu bezahlen, sagte Selenskyj. Etwa wegen der Produktion von Drohnen sei zusätzliches Geld nötig. „Ein bedeutender Geldbetrag ist erforderlich. Ich arbeite in dieser Sache mit den Franzosen und Deutschen“, sagte der ukrainische Präsident.

Mit Blick auf die jüngsten Forderungen des als Verteidigungsminister entlassenen populären Politikers Mychajlo Fedorow nach Wahlen bekräftigte Selenskyj seine Haltung, dass dies in Kriegszeiten nicht möglich sei. „Wahlen zum jetzigen Zeitpunkt wären wie ein Tsunami für den Staat, der die Ukraine spalten würde“, sagte er.

Putin und die „Büchse der Pandora“

Kremlchef Wladimir Putin wiederum hatte am Samstag mit Bezug auf die massiven ukrainischen Angriffen auf Ölraffinerien und Logistikzentren in Russland mit einer harten Antwort Moskaus gedroht. Putin habe lange geschwiegen und sich wochenlang nicht dazu geäußert, sagte ARD-Korrespondentin Silke Diettrich bei tagesschau24. Nun habe er aber sehr deutlich gesagt, dass diese Angriffe heftige Konsequenzen haben würden.

Konkret sagte Putin, die Ukraine habe mit den gegen Russlands Wirtschaft gerichteten Attacken die „Büchse der Pandora“ geöffnet. Kiew habe selbst den „Geist aus der Flasche“ gelassen. „Die Gegenmaßnahmen werden nicht lange auf sich warten lassen.“ Ultranationalistische Kreise in Russland hatten Putin zuletzt aufgefordert, härter gegen die Ukraine vorzugehen. Nun sagte er: „Dabei werden die Handlungen der russischen Armee noch deutlich spürbarer und zerstörerischer ausfallen.“

Schon in den vergangenen Wochen hatte Russland immer häufiger ballistische Raketen gegen die Ukraine eingesetzt – in dem Wissen, dass das Land kaum noch moderne Abfangraketen hat, um sich dagegen zu wehren. Diese Schläge, bei denen so viele Zivilisten getötet wurden wie seit langem nicht, bezeichnete Putin als passend und effektiv.

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