Die Ukraine feiert heute den 35. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit – unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs. In der Nacht griff Russland die Großstadt Charkiw an. Die Ukraine wiederum nahm einen Onlinehändler ins Visier.
Vor 35 Jahren wurde die Ukraine unabhängig von der Sowjetunion. Seit rund viereinhalb Jahren kämpft das Land nun darum, seine Souveränität zu erhalten und wehrt sich gegen den russischen Angriffskrieg. Der ging auch in der Nacht vor den Feiern zum heutigen Unabhängigkeitstag unvermindert weiter.
Bei einem russischen Angriff wurden am Stadtrand der nordostukrainischen Großstadt Charkiw nach Angaben des regionalen Gouverneurs Oleh Synjehubow mindestens drei Menschen getötet.
Brand nach Drohnenangriff auf russisches Logistikzentrum
Auch aus Russland wurden Tote gemeldet. In der südrussischen Stadt Krasnodar kamen nach Angaben des Gouverneurs Wenjamin Kondratjew zwei Kinder ums Leben. Trümmer einer ukrainischen Drohne seien auf eine private Kinderbetreuungseinrichtung gestürzt.
In Krasnodar wurden nach Angaben der Behörden zudem Wohnhäuser und Lagerhallen von Drohnentrümmern getroffen. In einem Logistikzentrum des russischen Onlinehändlers Ozon brach nach Unternehmensangaben ein Brand aus. Das Personal sei rechtzeitig evakuiert worden, Verletzte habe es dort nicht gegeben.
Ozon meldete weitere Drohnenangriffe auf Standorte im Süden Russlands. In einem Logistikzentrum in Machatschkala in der nordkaukasischen Teilrepublik Dagestan brach demnach ebenfalls ein Feuer aus. Warenhäuser in Adygeysk und Newinnomyssk wurden wegen Drohnenalarms evakuiert.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der Konfliktparteien können nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
Keine großen Feiern zum Unabhängigkeitstag
Das ukrainische Verteidigungsministerium hatte die Angriffe auf Ozon zuvor angekündigt. Die Ukraine greift seit Wochen zudem Logistikzentren des größten russischen Onlinehändlers Wildberries an. Die Regierung in Kiew begründet die Attacken damit, dass das Unternehmen Komponenten an das russische Militär liefere.
Zu den Feiern des 35. Jahrestags der Unabhängigkeit werden heute internationale Gäste in Kiew erwartet – darunter EU-Ratspräsident António Costa. Große Veranstaltungen sind aus Angst vor Luftangriffen nicht geplant. Überall im Land gibt es aber – sofern die Sicherheitslage dies zulässt – kleinere Veranstaltungen. Das Land hatte sich am 24. August 1991 von der Sowjetunion gelöst.
