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Startseite»Politik»Kanada kündigt Vergeltungszölle gegen USA von bis zu 50 Prozent an
Politik

Kanada kündigt Vergeltungszölle gegen USA von bis zu 50 Prozent an

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 25, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 25.08.2026 • 18:46 Uhr

Gegenzölle von bis zu 50 Prozent auf bestimmte Importe aus den Vereinigten Staaten: So lautet die Antwort der kanadischen Regierung auf die neuen US-Zölle. Der Konflikt zwischen den Nachbarstaaten spitzt sich zu.

Im Zollkonflikt mit den USA hat Kanada Vergeltungszölle von bis zu 50 Prozent auf Importe aus dem Nachbarland verhängt. „Mit Wirkung vom 8. September wird Kanada Gegenzölle von bis zu 15, 25 oder 50 Prozent auf Importe aus den Vereinigten Staaten von Amerika im Wert von 27,6 Milliarden Dollar erheben“, sagte der kanadische Finanzminister François-Philippe Champagne.

Die Gegenmaßnahmen würden insbesondere auf Produkte aus den Bereichen Stahl und Aluminium, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Ausrüstung, Zellstoff und Papier sowie Elektronik angewendet.

Seit dem Scheitern der Handelsgespräche zwischen Washington und Ottawa Ende vergangener Woche ist der Streit zwischen den Nachbarländern eskaliert. Die USA verhängten am Wochenende Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar – darunter etwa Hockeyschläger, Möbel, Honig und Wein.

Trump will auch höhere Zölle auf Autos

US-Präsident Donald Trump stellte zudem eine Erhöhung der Importabgaben für Autos, große und kleine Lastwagen, Autoteile und Stahl auf 50 Prozent ab dem 1. Januar 2027 in Aussicht. Wie in der Vergangenheit könnten Unternehmen die Zölle umgehen, indem sie in den USA produzierten, schrieb er am Montag auf seiner Online-Plattform Truth Social.

85 Prozent aller aus Kanada exportierten Autos gingen 2024 in die Vereinigten Staaten. Derzeit fordern die USA nach kanadischen Angaben auf Basis von Abschnitt 232 des „Trade Expansion Acts“ aus dem Jahr 1962 Zölle in Höhe von 25 Prozent auf importierte Autos, Lastwagen und entsprechende Teile. Zudem erheben sie bei Stahl, Aluminium und Kupfer Importabgaben von zehn bis 50 Prozent.

Kanadier wollen nicht tatenlos zusehen

„Unsere bevorzugte Lösung war ein Abkommen, das beiden Ländern zugutekommt. Wir glauben nach wie vor, dass dies möglich ist. Aber in der Zwischenzeit warten wir nicht tatenlos auf einen Anruf“, erklärte der kanadische Handelsminister Dominic LeBlanc im Vorfeld der Zollankündigung.

Der kanadische Premierminister Mark Carney hatte am Montag gesagt, in den Verhandlungen sei klar geworden, dass die USA kanadische Schlüsselindustrien wie die Automobil-, Stahl- und Aluminiumindustrie „zerstören“ wollten. Gemeinsam mit den Vergeltungszöllen verkündete seine Regierung deshalb Unterstützungsmaßnahmen für die betroffene Industrie in Kanada in Höhe von 7,5 Milliarden kanadischen Dollar.

Kanada ist zweitwichtigster Handelspartner der USA

Trump begründet seine Zölle unter anderem damit, dass Kanada die Vereinigten Staaten seit Jahren „ausbeute“. Er behauptete, dass sein Land nicht auf den Handel mit dem Nachbarn angewiesen sei. Laut US-Zensus ist Kanada allerdings der zweitgrößte Handelspartner der USA.

Besonders eng sind die beiden Länder im Energiesektor miteinander verflochten. Kanada ist der mit Abstand wichtigste ausländische Lieferant von Rohöl für die USA. Auch Erdgas und Strom fließen über die gemeinsame Grenze. In beiden Ländern hängen Millionen von Jobs am Handel der beiden Länder.

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