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Startseite»Politik»Neu Sturzflutgefahr: Behörden in Nepal und Tibet unterbrechen Suche
Politik

Neu Sturzflutgefahr: Behörden in Nepal und Tibet unterbrechen Suche

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 28, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 28.08.2026 • 09:17 Uhr

Die Suche nach Überlebenden nach der Sturzflut im Himalaja ist in Teilen des Katastrophengebiets vorerst eingestellt worden. Hintergrund ist die Gefahr einer neuen Flutwelle.

Nach der verheerenden Sturzflut im Grenzgebiet von Nepal und der von China kontrollierten autonomen Region Tibet ist die Suche nach Opfern von chinesischer Seite unterbrochen worden. Grund sei die Gefahr einer erneuten Flutwelle.

Das chinesische Staatsfernsehen CCTV berichtet, ein See, der sich hinter Schlamm- und Geröllmassen aufgestaut habe, beginne, über die Ufer zu treten. Alle Rettungsteams seien angewiesen worden, sich einen Kilometer zurückzuziehen und auf weitere Anweisungen zu warten.

Auch im nepalischen Katastrophengebiet Rasuwa wurden Rettungsaktionen nach Angaben eines Armeesprechers unterbrochen.

Neuer See hinter Wall aus Geröll und Schlamm

In der Nacht hatte die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf das Ministerium für Wasserwirtschaft gemeldet, der See könne wegen anhaltenden Regens auf ein Volumen von rund drei Millionen Kubikmetern anwachsen. Die Wettervorhersage geht von Niederschlägen in den kommenden drei Tagen aus.

Zahl der Todesopfer steigt

Die Zahl der Todesopfer stieg in Nepal auf mindestens 469. Die chinesischen Behörden bestätigten bislang drei Tote.

Die nepalische Polizei teilte mit, mehr als 1.500 Menschen seien gerettet worden, viele von ihnen seien verletzt. Ein Sprecher sagte, „es wird noch einige Zeit dauern, bis wir einen vollständigen Überblick über die Vermissten haben, da wir derzeit noch kein klares Bild haben“. Auch die Identifizierung der Leichen gestalte sich schwierig.

Region bei Touristen beliebt

Viele Menschen werden vermisst, Nepal hatte ihre Zahl zuletzt mit 977 angegeben. China meldete bislang 558 Vermisste, 260 davon Ausländer. Das Auswärtige Amt hatte am Donnerstag erklärt, die deutschen Stellen in Nepal seien dabei, „belastbare Informationen zum Verbleib deutscher Staatsangehöriger“ zu sammeln. Die nepalesischen Behörden gingen von acht vermissten Deutschen aus.

Die betroffene Region im Himalaja ist bei Bergsteigern und Pilgern beliebt, die zum Beispiel in den Nationalpark Langtang in Nepal wandern oder heilige Berge in Tibet besichtigen wollen.

Möglicher Zusammenhang mit Klimawandel

Am Mittwoch war eine Sturzflut aus Wasser, Schlamm und Geröll fast 170 Kilometer durch die Grenzregion im Südwesten Tibets bis hinein nach Zentralnepal gerast und hatte schwere Verwüstungen verursacht. Die Flutwelle riss ganze Ortschaften mit und richtete schwere Schäden an Brücken, Staudämmen und Gebäuden an.

Was die Sturzflut auslöste, ist noch nicht abschließend geklärt. Eine Vermutung ist, dass ein Gletschersturz auf nepalischer Seite die Lawine aus Wasser und Schlamm in Gang setzte.

Unklar ist auch, welche Rolle der Klimawandel in der Katastrophe gespielt haben könnte. Niels Hovius vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung sagte, solche Ereignisse habe es auch zu anderen Zeiten gegeben. „Allerdings: Gletscher schmelzen, Permafrost taut, die Null-Grad-Grenze steigt – und der Himalaja ist schwer betroffen“, so der Experte.

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