Der US-Elektroautobauer Tesla hat im Bundesstaat Texas sein neues „Cybercab“ vorgestellt und mit ersten Fahrten begonnen. Die fahrerlosen Taxis werden zunächst in einigen Gegenden in Austin angeboten.
Ein Taxi ohne Lenkrad und Pedale: Der Elektroautohersteller Tesla hat am Donnerstag in Austin im Bundesstaat Texas ein selbstfahrendes „Cybercab“ vorgestellt. Bei einer als exklusiv beworbenen Veranstaltung in der texanischen Hauptstadt stellte der Konzern den autonom fahrenden Zweisitzer vor. Wie die Zeitung „Austin American-Statesman“ berichtete, konnten die Veranstaltungsteilnehmer als Erste in den fahrerlosen Cybercabs mitfahren, die ab heute für die Öffentlichkeit verfügbar sein sollen.
Die ersten Fahrten würden zunächst in „bestimmten Gegenden von Austin“ angeboten, teilte das Unternehmen mit. Die Preise sollen sich dynamisch an der Nachfrage orientieren und ein „erstklassiges Erlebnis zum Preis der zweiten Klasse“ bieten, hieß es. Teslas KI-Chef Ashok Elluswamy sagte, jeder könne mitfahren: „Es steht der gesamten Öffentlichkeit offen.“
Bisher nur begrenzter Einsatz von Tesla-Robotaxis
Tesla-Chef Elon Musk veröffentlichte in seinem Onlinedienst X ein mit Künstlicher Intelligenz (KI) erzeugtes Foto eines riesigen Cybercabs, das inmitten einer Staubwolke über die texanische Stadt Austin hinwegrollt. An der Präsentation in Austin nahm der Firmenchef jedoch nicht teil, wie Teilnehmende berichteten.
Für Musk ist das Modell ein entscheidender Schritt, um Tesla zu einer dominierenden Kraft bei fahrerlosen Autos zu machen. Der Multi-Milliardär verspricht seit Jahren den baldigen Durchbruch seiner selbstfahrenden Autos, verfehlte seine ehrgeizigen Ziele für die Markteinführung jedoch wiederholt.
Bislang betreibt Tesla einen begrenzten Robotaxi-Dienst mit Fahrzeugen des Typs Model Y. Künftig soll das Cybercab, das ohne Lenkrad und Pedale auskommt, das Hauptmodell dieser Flotte werden. Die Produktion lief nach Angaben des Unternehmens im April an. Analysten und Investoren betrachten das autonome Fahren als zentrales Zukunftsgeschäft, weil Tesla auf dem Markt für Elektroautos zunehmend der Konkurrenz durch chinesische Hersteller ausgesetzt ist.
Regulatorische Hürden bleiben
Allerdings stehen einem schnellen Ausbau regulatorische Hürden entgegen. Eine Reihe von US-Bundesstaaten schreibt vor, dass in den Fahrzeugen ein menschlicher Aufpasser oder Fahrer bereitstehen muss, um bei Bedarf die Kontrolle zu übernehmen. Autos ohne Lenkrad und Pedale sind dort tabu. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA teilte mit, sie sei in Kontakt mit Tesla und prüfe den Vorgang. So fehlt denn auch im wichtigen Markt Kalifornien die Genehmigung für einen Robotaxi-Dienst oder Tests ohne Sicherheitsfahrer.
Und auch bei der Flottengröße hinkt Tesla der Konkurrenz noch hinterher: Laut texanischen Behörden sind dort derzeit 420 autonome Tesla-Fahrzeuge registriert, darunter 45 Cybercabs. Die Alphabet-Tochter Waymo, der derzeitige Marktführer bei fahrerlosen Taxis in den USA, kommt in dem Bundesstaat auf 988 registrierte Fahrzeuge. Waymo bietet in Zusammenarbeit mit dem Fahrdienst Uber zudem selbstfahrende Taxis bereits in elf US-Städten an, darunter San Francisco und Los Angeles. Musks E-Auto-Konzern ist bisher nur in Texas am Start.
